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  Ägyptologie Forum
   Neues aus der Ägyptologie (107)
   Negade (8)
  Autor/in  Thema: Negade
Shu  
Gast

  
Negade 
« Datum: 27.08.2005 um 15:50:40 »     

Da hier in diesem Forum,sämtliche Zeiten durchdiskutiert werden,bleibt die prädyn.Zeit,etwas auf der Strecke.Es wäre doch mit Sicherheit interessant etwas über die Bedeutung der sogenannten Schminkpaletten zu erfahren.Da diese sowohl bei Frauen und Männer Bestattungen gefunden wurden.
Geistsucher  maennlich
Member

  

Re: Negade 
« Antwort #1, Datum: 27.08.2005 um 21:32:00 »   

Hallo Shu.
Die schlichteren Schminkpaletten werden keinen groß anderen
Zweck gehabt haben. (?)
Prunkpaletten waren oft Weihgaben an einen Tempel, s. z.B.
Städtepalette, Schlachtfeldpalette, Löwenjagdpalette, Narmer-
palette.

Bist Du so zufrieden / Welche willst Du besprechen ?

Geistsucher
> Antwort auf Beitrag vom: 27.08.2005 um 15:50:40  Gehe zu Beitrag
Shu  
Gast - Themenstarter

  
Re: Negade 
« Antwort #2, Datum: 27.08.2005 um 22:31:20 »     

Aber warum,haben dann einige Abnutzungserscheinungen und andere wiederum nicht.Sollten diese wirklich und da spreche ich nicht von den Schminkpaletten wirklich zum anmischen von Kosmetika verwendet worden sein,warum wurden dann auch in Männergräbern häufig welche gefunden?
Gruß Shu
> Antwort auf Beitrag vom: 27.08.2005 um 21:32:00  Gehe zu Beitrag
Lutz  maennlich
Member

  

Re: Negade 
« Antwort #3, Datum: 28.08.2005 um 01:18:02 »   

Hallo Shu,
Hallo zusammen,


Zitat:
Grimm, Schoske, Dreyer : Am Beginn der Zeit. - München: Staatl. Museum Ägypt. Kunst, 2000. - S.: 37 :

Aus den geometrischen und tiergestaltigen Schminkpaletten der Negade I bis Negade III-Zeit entwickeln sich die sog. Prunkpaletten der protodynastischen Zeit (»Dynastie 0«), die das »Leitfossil« dieser letzten prädynastischen Epoche sind. Usprünglich wohl Weihgeschenke für die ältesten Heiligtümer, und dazu bestimmt, im täglichen Kultbildritual beim Schminken des Götterbildes Verwendung zu finden, sind sie später dann auch als Grabbeigaben verwendet worden, wie ein jüngst in Unterägypten (Minshat Ezzat) in einem Grab aus dem Beginn der l. Dynastie gefundenes und in seiner Dekoration bislang singuläres Exemplar zeigt. Auf ihren ursprünglichen Gebrauch weist der auf der Vorderseite meist durch einen kräftigen Ringwulst gebildete Schminknapf hin.
Neben Gefäßen und Keulenköpfen mit plastischer Dekoration gehören die Prunkpaletten mit zu den frühesten Trägern von Reliefs.


Gundlach : Der Pharao und sein Staat. - Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1998. - S.: 73 :

Die Prunkpalette des Königs Narmer ist aufgrund ihrer Größe und Unhandlichkeit (Gewicht !) ebensowenig zum praktischen Gebrauch bestimmt gewesen wie die Keulen Skorpion II. und des Narmer. Es sind Nachbildungen von königlichen Waffen und
Kultgeräten (hier: einer Schminkpalette), die deshalb in dieser „Prunk"form angefertigt wurde, da die Kommunikation zwischen dem König und dem Sonnengott nur im Rahmen eines Kultbetriebes möglich und erlaubt war. Die runde Vertiefung auf der Vorderseite der Palette entspricht einer Vertiefung auf einer für den praktischen Gebrauch bestimmten Palette, in der die Paste zerrieben wurde, die zum Schminken des Götterbildes bestimmt war. Schminken bedeutet Beleben (hier:
des Kultbildes), wodurch die Kommunikation zwischen dem König und dem Sonnengott auf dem Wege über das Kultbild erst möglich war.


Auch Männer benutzten im Alten Ägypten zumindest Augenschminke.

Gruß, Lutz.
> Antwort auf Beitrag vom: 27.08.2005 um 22:31:20  Gehe zu Beitrag
manetho  maennlich
Member

  

Re: Negade 
« Antwort #4, Datum: 28.08.2005 um 11:50:23 »   

Zumeist wurde sie aus Schiefer (Grauwacke) gefertigt und in Form von Grabbeigaben bereits in Friedhöfen der Badari-Zeit (um 5500-4000 v. Chr.) gefunden.
Man verwendete sie zum Zerstoßen von Malachit oder Bleiglanz, um daraus Augenschminke herzustellen. Die ältesten P. waren durchweg rechteckig, doch schon in der Naqada-I-Zeit (um 4000-3500 v. Chr.) erhielten sie meist kunstvollere geometrische Formen, beispielsweise die Form eines Rhomboids, das dem Symbol des späteren Fruchtbarkeitsgottes MIN ähnelte, aber auch die schematisierte Gestalt von Tieren (beispielsweise Nilpferde oder Schildkröten, teilweise mit Augen in Einlegearbeit).
Zu dieser Zeit hatten Schmink-Paletten mit großer Sicherheit bereits zeremonielle oder magische Konnotationen. In der Naqada-II-Zeit (um 3500-3100 v. Chr.) bevorzugte man dann Paletten in Fisch- oder Vogelgestalt. Viele Paletten waren auch schildförmig und mit zwei Vogelköpfen bekrönt.
Gegen Ende der prädynastischen Zeit war die Formenvielfalt bei den kleineren Schmink-Paletten beträchtlich zurückgegangen, gleichzeitig entstand jedoch eine neue, kunstvollere Version. Diese (meist ovalen oder schildförmigen) Prunk-Paletten dienten als Votiv- und nicht mehr als Grabbeigaben; eine ganze Reihe davon fand man in einem Versteck im frühdynastischen Tempel von Hierakonpolis. Sie waren mit Reliefs geschmückt, die die Ideologie und Rituale der sich herausbildenden Elite darstellen. Die bedeutendste dieser Prunkpaletten ist die sogenannte Narmer-Palette, die sich heute im Ägyptischen Museum Kairo befindet.


Shaw/Nicholson
> Antwort auf Beitrag vom: 28.08.2005 um 01:18:02  Gehe zu Beitrag
ta_ian.t  weiblich
Member

  

Re: Negade 
« Antwort #5, Datum: 29.08.2005 um 23:03:14 »   

Hallo Manetho,

Du faßt in Deinem Beitrag die Typologie der Schminkpaletten kurz zusammen, wobei von Dir die rechteckigen Paletten gleich am Anfang entsprechend Negade I aufgeführt werden. Nach der Typologie von Petrie sind zu Anfang jedoch nur die rhombischen Paletten vertreten. Die rechteckigen tauchen erst ganz am Ende von Negade II auf und sind eigentlich kennzeichnend für Negade III. Eine sehr übersichtliche Darstellung über die chronologische Verteilung der Paletten findet sich in Chr. Regner, Schminkpaletten, Bonner Sammlung von Aegyptiaca 2, 1996, Abb. 33ff.

Lieben Gruß,

ta_ian.t
> Antwort auf Beitrag vom: 28.08.2005 um 11:50:23  Gehe zu Beitrag
Gast_A.  maennlich
Member

  

Re: Negade 
« Antwort #6, Datum: 29.08.2005 um 23:10:21 »   


Zitat:
Eine sehr übersichtliche Darstellung über die chronologische Verteilung der Paletten findet sich...

auch unter dem bekannten Link
Paletten

dort findet man auch die Seriation von Petrie als jpg-Bild:
Petrie-Seriation

Gruß A.
« Letzte Änderung: 29.08.2005 um 23:15:34 von Gast_A. »
> Antwort auf Beitrag vom: 29.08.2005 um 23:03:14  Gehe zu Beitrag
ta_ian.t  weiblich
Member

  

Re: Negade 
« Antwort #7, Datum: 29.08.2005 um 23:41:35 »   

Sorry, Manetho, ich muß mich korrigieren. Meine briefmarkengroßen Kopien haben mich in die Irre geführt.  
Die rechteckigen Paletten gibt es von Anfang an. Dafür die Besonderheit der rechteckigen P. in Negade III sind die mit geraden Ritz- und Zickzacklinien verzierten Ränder.

Nix für ungut!

ta_ian.t
> Antwort auf Beitrag vom: 29.08.2005 um 23:10:21  Gehe zu Beitrag
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