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   Architektur & Kunst (460)
   Schleifrillen - Zusatzfragen (5)
  Autor/in  Thema: Schleifrillen - Zusatzfragen
Dirk  maennlich
Member

  

Schleifrillen - Zusatzfragen 
« Datum: 06.12.2006 um 21:56:14 »   

Hallo,

mit dem Thema Schleifrillen, die es anscheinend an fast jedem ägyptischen Bauwerk massenhaft gibt, haben wir uns hier schon mehrfach beschäftigt. Eine halbwegs glaubhafte und gesicherte Datierungslösung hat sich dabei nicht ergegeben. Es fehlt offensichtlich an eindeutig stratifizierbaren Befunden. Ich habe jetzt einige interessante Befunde gesehen, zu denen mir aber nähere Informationen fehlen, ich hoffe man kann mir hier - wie schon oft - wieder weiter helfen:

Im Museum von Luxor wird eine kleine Sandsteinfigur eines Löwen gezeigt. Der Kopf ist beschädigt. Die Figur steht im Raum mit den Talatats in der Mittelvitrine und zwar rechts vom Holzbett, wenn man Richtung Talatats schaut. Sie trägt die (Inventar-???) Nr. 10, Datierung lt. Beschriftung 3000 - 2600 v. Chr., Karnak.

Der Löwe hat am Rücken 2 schwache Schleifrillen und die offizielle Interpretation(= lt. Beschriftung) ist: hier hätten die "Pilger des Amun-Tempels Sand für heilige Zwecke entnommen". Darauf will ich aus naheliegenden Gründen nicht eingehen, aber hat jemand trotz des starrköpfigen Fotoverbotes vielleicht Aufnahmen und gibt es vielleicht einen Katalogtext o. ä. zu diesem Objekt. Ich wäre vor allem an den Fundumständen der Figur interessiert.

Ein zweiter Befund betrifft Kom Ombo, doch davon später.

Grüße Dirk
« Letzte Änderung: 06.12.2006 um 22:00:24 von Dirk »
Dirk  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Schleifrillen - Zusatzfragen DSC05557.JPG - 40,92 KB
« Antwort #1, Datum: 07.12.2006 um 00:05:58 »   

Zu Kom Ombo

Im Südarm des äußeren Tempelumgangs, etwa auf Höhe der Vorhalle befindet sich ein Reliefzyklus, bei dem oben ein Löwe Hände frißt, während die dazugehörigen bedauernswerten Feinde ein Register tiefer in endlosem Raport aufgereiht sind. Sämtliche Gesichter der Gefesselten sind sorgfältig muldenförmig ausgeschabt. Die Schleifspuren konzentrieren sich offensichtlich nur auf diesen Bereich. Erst weiter östlich folgt dann wieder eine weitere Wolke von Schabrillen, die aber ein anderer Typus sind.

Auch hier sollen die Pilger heilbringenden Sand geschürft haben, später dann die Priester, damit nicht der gesamte Tempel zerschrempelt wird bzw. des Devotionalien-Geschäftes wegen. (Offensichtlich die derzeitige Standardgeschichte der Fremdenführer).

Daraus ergibt sich meine Frage: welche Bereiche waren in dieser Zeit eigentlich dem "Laien" zugänglich?

Da ich auch die Versandungshorizonte und damit die spätere Zugänglichkeit der Tempelanlagen in meine Argumentation einbeziehen möchte, habe ich ein Problem mit der bekannten Darstellung des Tempels durch Roberts. Weiß jemand, von welcher Seite Roberts den total unter Sand liegenden Tempel darstellte?

Grüße Dirk

Anhang: Kom Ombo
> Antwort auf Beitrag vom: 06.12.2006 um 21:56:14  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Schleifrillen - Zusatzfragen 
« Antwort #2, Datum: 07.12.2006 um 07:44:36 »   

Hallo Dirk,

zur Darstellung von Kom Ombo.
Wenn sich Deine Frage auf dieses Bild bezieht, würde ich Nil-Süd als Standort des Zeichners annehmen.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 07.12.2006 um 00:05:58  Gehe zu Beitrag
Selqet  weiblich
Member

  

Re: Schleifrillen - Zusatzfragen 
« Antwort #3, Datum: 07.12.2006 um 19:50:39 »   

Hallo Dirk

Die von dir gesuchte Löwenfigur findet sich im folgenden Museumskatalog: The Luxor Museum of ancient egyptian art, American research center in Egypt, erschienen im Zabern-Verlag 1979. Als Fundort wird dort das Zentrum des Hofs zwischen dem    VIII. und IX. Pylon des Karnaktempels angegeben. Eine weitere Abbildung findest du in SAK 6, 1978 (Tafel V).

Gruß Selqet  
> Antwort auf Beitrag vom: 06.12.2006 um 21:56:14  Gehe zu Beitrag
Semenchkare  weiblich
Member

  

Re: Schleifrillen - Zusatzfragen 
« Antwort #4, Datum: 08.12.2006 um 11:40:24 »   

Hallo Dirk,

als Ergänzung...m.E. SAK 6 (1978) Tafel XII

Fund im Amuntempel in Karnak 1974 durch das Centre Franco-Egyptien.

Oben genanntes Buch gibt es auch in deutscher Sprache, etsprechende Abbildungen findest Du auf Seite 12/13

LG Semenchkare
« Letzte Änderung: 08.12.2006 um 11:42:45 von Semenchkare »
> Antwort auf Beitrag vom: 07.12.2006 um 19:50:39  Gehe zu Beitrag
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