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   Pharao & Hofstaat (290)
   der letzte Pharao (17)
  Autor/in  Thema: der letzte Pharao
Echnaton  
Gast

  
der letzte Pharao  
« Datum: 19.11.2001 um 18:56:34 »     

Hi,

wie hieß denn der letzte ägyptische Pharao? Natürlich weiß
ich, dass Kleopatra die letzte Herrscherin war. Aber meinen
tue ich den letzten Herrscher.


Liebe Grüße, Echi
semataui  maennlich
Member

  

Re: der letzte Pharao  
« Antwort #1, Datum: 19.11.2001 um 19:08:35 »   

Hi Echi,

vielleicht Nektanebos II (30. Dyn, 360 - 343 v.Chr.)
oder doch Ptolomaios XV (Kaisarion), Ptolomäer, 36 - 30 v.Chr. oder meinst Du einen der Römischen Kaiser-Pharaonen?

Gruss
semataui
Echnaton  
Gast - Themenstarter

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #2, Datum: 19.11.2001 um 19:19:53 »     

Hi,

nö, er sollte schon ägyptischen Ursprungs sein.


Liebe Grüße, Echi.
Imachyt (Gast)  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #3, Datum: 20.11.2001 um 10:04:32 »     

Hallo!

Ich hab mal nachgeschaut wer bei Hannig als letzter Pharao vor der Ptolemäerepoche geherrscht hat. Da steht: 31. Dynastie(342-332) "Arses" als zweiter Pharao der Dynastie (erster war ein gewisser "Artaxerxes III.). Allerdings weiß ich rein gar nichts über diesen Pharao, kann auch nicht sagen, ob er irgendetwas geleistet hat, oder ob er überhaupt "die Zügel in der Hand" hatte. Den einzigen Pharao (davor) den man noch mit Namen kennen könnte ist eben "NektanebosII."(30.Dynastie), wie auch schon mein Vorschreiber sagte!

Liebe Grrüße Imachyt

P.S. Vielleicht sollte man mal schauen,was der Beckerath so meint
manetho  maennlich
Member

  

Re: der letzte Pharao  
« Antwort #4, Datum: 20.11.2001 um 10:48:49 »   

arses war perser
laut schneider kann nektabanos II. als letzter einheimischer pharao angesehen werden
wolfram  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #5, Datum: 20.11.2001 um 13:01:44 »     

Hallo,

es gibt in ptolemaeischer zeit noch einige Gegenkoenige; also aufstaendige Herrscher, die aegyptischen Ursprungs sind aber natuerlich nur einen Teil von Aegypten fuer eine kurze Zeit regierten: Harwennofre, Anchwennofre und Harsiese
(von Beckerath , Handbuch der aegyptsichen Koenigsnamen, S. 122).

Gruss
Devil  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #6, Datum: 20.11.2001 um 13:10:07 »     

Hallo Imachyt,

Artaxerxes war ein altpersischer König, Eroberte das seit 404 v. Chr. verlorene Ägypten für Persien zurück.

Gruß Devil
Devil  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #7, Datum: 21.11.2001 um 09:53:58 »     

habe noch einen Zusatz:

Mit Artaxerxes III. wurde letzmalig ein tatkräftiger Herrscher Großkönig (359 v. Chr.) Er schlug die Aufstände
im Innern nieder, gewann Ägypten zurück (hatte ich schon geschrieben) und konnte das persische Reich auch im Äußeren festigen.

Gruß Devil
Benedikt  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #8, Datum: 21.11.2001 um 14:05:50 »     

Hi

Die Frage ist nicht zu beantworten. „Wer ist letzte ägyptische Pharao, ägyptischen Ursprungs?“ In der ganzen Geschichte Ägyptens sind auch immer wieder Völker und Stämme assimiliert worden. Wie groß ist in der 18. Dynastie der Anteil von nubischen und hyksosischen Männern und Frauen? Woher wollen wir wissen das im Mittleren Reich nicht auch Anteile von was weis ich für Nomadenstämme eine Rolle spielen. Wer hat mit wem während der Reichseinigung gekuschelt? Nur die Titulatur Pharao im weitesten Sinne ist nachvollziehbar. Und die trugen zuletzt die römischen Kaiser.

Grüße Benne
Mubarek  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #9, Datum: 09.11.2005 um 22:29:08 »     

Im Jahr 525 v. Chr. dringt der Perserkönig Kambyses II. mit seinem Heer in Ägypten ein und bringt dem Land eine wechselnde Besetzung, die rund zweieinhalb Jahrtausende andauern wird. Auf die Perser folgen die Griechen, Römer, Araber, Mamelucken, Osmanen und schließlich die Engländer, praktisch endet die Besatzungszeit erst 1953 mit der Gründung der Ägyptischen Republik durch den jungen Offizier Gamal Abd el Nasser.
Zwar hat sich der Begriff des „Pharaonischen Ägyptens“ sprachlich eingebürgert, doch ist er für den gesamten Zeitraum des „Alten Ägyptens“ falsch. Faktisch wurde die Zeit der Pharaonen mit dem letzten „echten“ Pharao, Psammetich III. (Anchkaenre), durch Kambyses beendet.
> Antwort auf Beitrag vom: 21.11.2001 um 14:05:50  Gehe zu Beitrag
heka-waset  maennlich
Member

  

Re: der letzte Pharao  
« Antwort #10, Datum: 09.11.2005 um 22:32:49 »   

Wenn man nun aber die theologischen Grundlagen  des ägyptischen Königtums betrachtet endet das pharaonische Ägyptene erst mit der Schließung des letzten ägyptischen Tempels, da bis dahin jeder amtierende König oder Kaiser in der Rolle des Pharao zumindest an den Tempelwänden auftritt.
> Antwort auf Beitrag vom: 09.11.2005 um 22:29:08  Gehe zu Beitrag
Mubarek  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #11, Datum: 09.11.2005 um 23:39:14 »     

Deiner Ansicht nach würde das pharaonische Ägypten im sechsten Jahrhundert enden, nämlich nachdem auf Anweisung des spätrömischen Kaisers Justinian der Tempel von Philae im Jahr 551 geschlossen und eine christliche Siedlung gegründet wird, wobei Teile der Tempelanlage als Kirchen genutzt werden.


Zitat:
...da bis dahin jeder amtierende König oder Kaiser in der Rolle des Pharao zumindest an den Tempelwänden auftritt.

Kambyses lässt sich 525 v. Chr. in Sais zum König von Ägypten salben und setzt Aryandes als Satrapen ein. Weder der eine noch der andere ist auf Tempelwänden verewigt.


Zitat:
Wenn man nun aber die theologischen Grundlagen  des ägyptischen Königtums betrachtet...

Würdest Du mir die bitte kurz nennen?
« Letzte Änderung: 10.11.2005 um 15:26:00 von Mubarek »
> Antwort auf Beitrag vom: 09.11.2005 um 22:32:49  Gehe zu Beitrag
Der Suchende  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #12, Datum: 16.11.2005 um 18:43:32 »     

Ich schließe mich Deiner Erklärung an, es gab zur einen göttlich geborene, also "Adelige", zur anderen "Auserwählte" (aus anderen sozialen und ethnischen Schichten kommende) Pharaonen, nämlich deshalb, weil Ägypten als Staat verschiedenste Volksgruppen in sich vereinte, aus deren erfolgreiche Beamte agierten. Wie schon erwähnt, besonders stark in der 18. Dynastie (wer mit wem da kuschelte, bleibt dahingestellt). Ägypten als Staatskonstruktion war so erfolgreich, dass Eroberer, bis hin zu den Römern (was sind Römer?) das Erscheinungsbild Ägyptens, so auch das des Pharao beibehielten, damit wird ein letztgeborener aus dem Volk stammender Pharao nur schwer feststellbar. Sieht man den Pharao als juristische Person, so waren es auch römische Kaiser. Ein klein wenig Pharao lebt in unseren kirchlichen Päpsten weiter.

Der Suchende
> Antwort auf Beitrag vom: 21.11.2001 um 14:05:50  Gehe zu Beitrag
Mubarek  
Gast

  
Re: der letzte Pharao  
« Antwort #13, Datum: 04.12.2005 um 12:03:10 »     


Zitat:
Ägypten als Staatskonstruktion war so erfolgreich, dass Eroberer, bis hin zu den Römern (was sind Römer?) das Erscheinungsbild Ägyptens, so auch das des Pharao beibehielten...

Ob's wirklich an der "Staatskonstruktion" lag? Mit den Zwischenzeiten hat sich diese als nicht sehr erfolgreich erwiesen. Wäre es nicht denkbar, dass die "garantierte" Aussicht auf ein Leben nach dem Tod ein stärkeres Argument gewesen sein könnte?
Alexander der Grosse hatte übrigens eine ganz andere "Staatskonstruktion" im Sinn, als er sich zum ägyptischen König krönen liess, nämlich ein hellenistisches Großreich nach dem Vorbild des persischen.


Zitat:
Ein klein wenig Pharao lebt in unseren kirchlichen Päpsten weiter.

Gibt's noch andere Päpste ausser unseren kirchlichen? - Ich bin da nicht so beschlagen.
> Antwort auf Beitrag vom: 16.11.2005 um 18:43:32  Gehe zu Beitrag
Rolf  
Gast

  
Re: der letzte Pharao 
« Antwort #14, Datum: 04.12.2005 um 14:03:33 »     


Zitat:
Wenn man nun aber die theologischen Grundlagen des ägyptischen Königtums betrachtet endet das pharaonische Ägyptene erst mit der Schließung des letzten ägyptischen Tempels, da bis dahin jeder amtierende König oder Kaiser in der Rolle des Pharao…

heka-waset, #10;

Zitat:
Deiner Ansicht nach würde das pharaonische Ägypten im sechsten Jahrhundert enden

Mubarek, #11.

In besagter Zeit waren grosse Teile Unterägyptens (das ganze Delta und Thebaïs) Teil des Byzantinischen Reiches. Justinian I (527-565) gelang es, auf der Grundlage von Rechts- und Glaubensgleichheit noch einmal, für kurze Zeit das Römische Reich in seinen alten Grenzen wiederherzustellen.

In  O s t r o m  („Byzanz“, „Byzantinisches Reich“ ist die abendländische Bezeichnung für die östliche, griechisch-orientalische Hälfte des Römischen Reiches) nannte sich das Oberhaupt der Kirche nicht Papst (von kirchenlat. papa = ‚Bischof von Rom’ und lat. papa = ‚Vater’) , sondern  P a t r i a r c h  (zu patēr = ‚Vater’ und árchein = ‚der erste sein’). In der Lateinischen Kirche ist Patriarch ebenso Ehrentitel für den Papst (Papst des Abendlandes) sowie für einige Bischöfe wie den von Venedig (seit 1457), von Lissabon (seit 1716) und den Bischof des lateinischen Ritus von Jerusalem (seit 1847). Soviel zum „kirchlichen Papst“ (Beitrag #13).

Es ist unmöglich, die ausserordentliche Vielfalt ihrer Anliegen oder die Verschiedenheit in Stil und Gedankengang der ägyptischen Pharaonen über mehr als 30 Dynastien (Anzahl? in der Periode „Dynasty 0 - early 1st Dynasty“, Francesco Raffaele) angemessen darzustellen. Wo hier also die Grenzen setzen?

Was ich daraus für die Beantwortung der gestellten Frage nach dem „letzten Pharao“ schliesse? Das Ganze ist fliessend und deshalb mit einem Namen oder sogar einer Jahrzahl nicht eindeutig zu beantworten (panta rhei - das lernten schon die Vorsokratiker, Herakleitos etwa). Ebenso müsste auch die Frage nach dem ersten Pharao bzw. nach der ersten Königin wohl für immer offen bleiben.

Freundliche Grüsse
Rolf
« Letzte Änderung: 04.12.2005 um 17:21:17 von Rolf »
> Antwort auf Beitrag vom: 04.12.2005 um 12:03:10  Gehe zu Beitrag
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