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   Pharao & Hofstaat (290)
   Meidum Mastaba Nr. 17. (6)
  Autor/in  Thema: Meidum Mastaba Nr. 17.
Tigryss  
Gast

  
Meidum Mastaba Nr. 17. 
« Datum: 15.01.2005 um 23:00:59 »     

Hallo!
Kennt Ihr konkrete Beweise ob der Besitzer der Mastaba Nr. 17. ein Prinz oder eine Prinzessin war? (oder Frau, ev. Geliebte) Könnt eventuell Fachliteratur empfehlen?
Danke im voraus!
Viele Grüße
Tigryss
Taharqa  maennlich
Member

  

Re: Meidum Mastaba Nr. 17. mastaba17.jpg - 17,08 KB
« Antwort #1, Datum: 16.01.2005 um 13:46:19 »   

Man vermutet nur das die Mastaba für einen Kronprinzen erbaut worden war. Flinders Petrie erforschte die Mastaba im Jahre 1917 und fand in ihrem Inneren einen aufgebrochenen Sarkophag ohne Inschriften. Die Mumie lag auf dem Boden und war nicht einbalsamiert.Da es aber bis heute nicht gelungen ist ihren Besitzer zu identifizieren, heiß sie auch heute noch Mastaba N. 17.
Gruß T.
> Antwort auf Beitrag vom: 15.01.2005 um 23:00:59  Gehe zu Beitrag
semataui  maennlich
Member

  

Re: Meidum Mastaba Nr. 17. 
« Antwort #2, Datum: 17.01.2005 um 12:01:59 »   

Hi,
eine Frau als Grabinhaberin scheidet definitiv aus. Nach Barbara Adams war der Tote entfleischt und der Körper mit Leinenbinden nachgebildet worden. Zwei fehlende Finger wurden durch gerollte Binden ersetzt und auch der Penis nachmodelliert.


Fotos: Barbara Adams/Mummies

Gruß
semataui
> Antwort auf Beitrag vom: 16.01.2005 um 13:46:19  Gehe zu Beitrag
Tigryss  
Gast - Themenstarter

  
Re: Meidum Mastaba Nr. 17. 
« Antwort #3, Datum: 17.01.2005 um 22:15:55 »     

Hallo Taharqa,

demnach gibt es aber keine Beweise, dass die gefundene Mumie der Besitzer des Grabes ware? Gibt es überhaupt Beweise, ob tatsachlich Begrabniss in dem Grab stattfand? Es ist nur anhand der Mumie anzunehnem, dass die Mastaba einem Mann gehört? Anhand der Entfernung vom Pyramiden ist eine Person , die zum König nahe stand anzunehemen, aber warum soll diese ein Kronprinz sein? Wieso könnte sie nicht um eine königliche Gemahlin handeln? (bis jetzt habe ich die Kronprinz-Theorie akzeptiert, aber mein Lehrer hat bei der Bewertung meiner Facharbeit gefragt, wie ich dass beweisen kann und ich suche seitdem, finde aber nichts um es zu belegen.)

Gruß
Tigryss
> Antwort auf Beitrag vom: 16.01.2005 um 13:46:19  Gehe zu Beitrag
Udimu  maennlich
Member

  

Re: Meidum Mastaba Nr. 17. 
« Antwort #4, Datum: 17.01.2005 um 23:20:43 »   

Hi,

Rainer Stadelmann (Sokar 7, 2003, p. 27) hat sich mit der Mastaba M 17 von Meidum beschäftigt. Er meint sie müsse einen Kronprinzen gehören, der sehr früh starb. Ansonsten nimmt er aber an, dass normalerweise keine Mastabas für Kronprinzen errichtet worden sind, da Prinzen schon sehr früh zu Kronprinzen/Thronfolger auserkoren wurden und man erwartete, dass sie als Könige bestattet werden sollten.

Nur die Mastaba 17 sei ein Sonderfall:

Die hervorragende Lage der Mastaba neben der Pyramide und
der Umstand, dass sie wohl in aller Eile aus Abschlägen der Pyramide erbaut worden ist, deutet auf den vorzeitigen Tod einer wichtigen Person. In der Mastaba fand sich die Leiche eines jungen Mannes, der hier bestattet wurde, bevor der eigentliche Mastababau errichtet wurde. Die Leiche ist von oben in die Grabkammer gebracht worden und erst dann ist die Mastaba erbaut worden.

Ob das nun wirklich der Beweiss für die Bestattung eines Kronprinzen ist, mag dahin gestellt sein.

Gruss
Udimu
« Letzte Änderung: 17.01.2005 um 23:22:03 von Udimu »
> Antwort auf Beitrag vom: 17.01.2005 um 22:15:55  Gehe zu Beitrag
semataui  maennlich
Member

  

Re: Meidum Mastaba Nr. 17. 
« Antwort #5, Datum: 18.01.2005 um 14:31:50 »   

Hi,
J.P. Lauer hält (in CdE 51, Brüssel 1976,76.) König Huni für den Grabinhaber (ebenso Siliotti, Fachri), Swelim bevorzugt Nebkare (op.cit. 166).
Stadelmann´s Beweisführung ist m.E. auch sehr dünn, er denkt an einen Kronprinzen des Seneferu und datiert wie Lauer den Bau von M17 in die Bauphase E2 der Meidum-Pyramide (Jahr 29 bis 33!), also in die Zeit der Fertigstellung zur Stufenpyramide. Man muß das Ganze im Zusammenhang mit der (ebenfalls strittigen) Regierungsdauer des Seneferu sehen. Und hier stehen folgende Zahlen zur Auswahl:
  1. Papyrus Turin: 24 J + X, ca. 25 Jahre
  2. Manetho Africanus: 29 Jahre
  3. von Beckerath: 35 Jahre (er denkt an Verschreibung im P.Turin)
  4. Stadelmann: mehr als 40 Jahre

Stadelmann stützt sich auf die alle zwei Jahre stattfindende "Zählung". Nach S. war das 15. Mal z.B. der Baubeginn der "Roten Pyramide", Seneferu´s 29. Jahr, und Seneferu hat bei der Fertigstellung nachweislich noch gelebt (Stadelmann, Pyramiden, S. 100 ff.)
Wie schon Norbert Dautzenberg in seinem Beitrag am 10.7.2002 dargestellt hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Zählung (=Steuererhebung) zur Zeit des Seneferu/Chufu zumindest zeitweise bereits jährlich erfolgt ist. Gleiches bestätigt von Beckerath (Chronologie).

Doch zurück zur Mastaba M17:
Fakt ist die (gestörte) Auffindung einer männlichen Mumie, die nach der im Alten Reich üblichen Art aufbereitet war. Wenn es sich hier um einen erwachsenen Sohn des Seneferu gehandelt hat, so muß der König selbst bereits über 50 Jahre alt gewesen sein, als er diesen Sohn im M17 begrub. Zur gleichen Zeit starben auch seine Söhne Nefermaat (M6) und Rahotep (M16) sowie seine Mutter Meres-anch, die evtl. im Pyramidenbezirk nördlich der Pyramide bestattet wird (Petrie, Meydum und Memphis III, 12-13, Mumie nicht identifiziert).

Snofru´s Ehefrau war Hetep-heres, die Mutter des Chufu, deren Grab (oder Zweitgrab?) an der Chufu-Pyramide unversehrt aufgefunden wurde (ohne Mumie...).

Gruss
semataui

> Antwort auf Beitrag vom: 17.01.2005 um 23:20:43  Gehe zu Beitrag
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