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   Hieroglyphenkurs - Lektion 5 (8)
  Autor/in  Thema: Hieroglyphenkurs - Lektion 5
Arbabat  weiblich
Member



Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Datum: 10.10.2006 um 17:53:48 »   

Halbzeit!

Mit dieser Lektion habt ihr die Hälfte geschafft  

Lektion 5

Wie immer viel Spaß!

Im übrigen habe ich mir jetzt auch eine spezielle emailadresse zum Kurs eingerichtet: Tag und Nacht für Fragen und Probleme (hieroglyphischer Art) offen
« Letzte Änderung: 10.10.2006 um 18:01:26 von Arbabat »
caliburn  weiblich
Member



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Antwort #1, Datum: 17.10.2006 um 20:50:08 »   

Hallo!
Ich hätte da mal 3 Fragen:
- bei den abhängigen Pronomen erscheint mir die Umschrift irgendwie falsch: ich/ ich müsste doch wi, dich/du Tw bzw. Tn, ihm /er sw, ihr/ sie st bzw si, uns/wir n, euch/ ihr Tn und ihnen/sie sn heißen oder?  

- bei dem Bsp. zu diesen pronomen: wo kommt das mk her? Ich meine, das verb "sieh" ist jaImperativ vom Verb "sehen", klar aber da ist ja noch ein
dabei, müsste das nicht mak heißen? Und ist
nicht Suffix "dein/ du", also müsste die Umschrift ma=k heißen?

- bei den Vokabeln:
- heißt das nicht "geboren"? Da steht in der Übersicht nix drin

caliburn
> Antwort auf Beitrag vom: 10.10.2006 um 17:53:48  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Antwort #2, Datum: 18.10.2006 um 09:49:12 »   

Hallo Caliburn,

Arbabat schrieb an anderer Stelle, dass sie die ganze Woche nicht ins Netz kommt. Sie kann also erstmal nicht antworten.

So versuche ich mich mal.

ms übersetzt man wie du schon schriebst mit "geboren"

Bei den abhängigen Personalpronomen ist ihr wohl tatsächlich ein Fehler unterlaufen, den sie sicherlich nach ihrem Umzug abändert. Ich hänge dir den Abschnitt aus Brunner, Abriss der Mittelägyptischen Grammatik, Graz 1967 S. 17 hier an.

Zu mk, hier verweise ich einfach mal kurz auf ihre Vokabelliste unter jmj-ra und hänge einen Bildschirmschuss vom Thesaurus Linguae mit dran. Falls es eine Erklärung für den Wegfall des a in der Lesung gibt muss dies ein anderer Erklären. Ich habe es immer als "gegeben" hingenommen  

Gruß
nauna


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> Antwort auf Beitrag vom: 17.10.2006 um 20:50:08  Gehe zu Beitrag
Kemeti  maennlich
Member



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Antwort #3, Datum: 18.10.2006 um 17:30:33 »   

Hallo Caliburn,

das a kommt daher, dass es hier eine sog. Gruppenschreibung für m ist, die sich aus der Schreibung des Imperativs für "geben", jm, entwickelte.

Schöne Grüße
> Antwort auf Beitrag vom: 17.10.2006 um 20:50:08  Gehe zu Beitrag
caliburn  weiblich
Member



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Antwort #4, Datum: 18.10.2006 um 20:43:31 »   

@ Kemeti
Danke für deine Antwort
Das mit der gruppenschreibung habe ich aber trotzdem noch nicht so ganz verstanden. Ist das wieder eine grammatikalische Besonderheit wie z.B. der Dual oder so?
> Antwort auf Beitrag vom: 18.10.2006 um 17:30:33  Gehe zu Beitrag
Kemeti  maennlich
Member



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Antwort #5, Datum: 20.10.2006 um 11:50:23 »   

Gruppenschrift heißt im Prinzip, dass ägyptische schwache Konsonanten (A, i, w) in Fremdworten ihren konsonanatischen Wert verlieren und stattdessen vokalich werden, vgl.
, das eigentlich DAwr(A) gelesen werden müsste, für "Sur" (bzw. Tyrus), wobei das w für "u" steht.

Eine kurze Definition findest Du im Lexikon unter "syllabisch", ausführlicher ist die Gruppenschrift/Syllabische Schrift beschrieben bei Gardiner, Egyptian Grammar § 60, im Lexikon der Ägyptologie unter "Syllabische Schrift" und bei Wolfgang Helck: Die Beziehungen Ägyptens zu Vorderasien im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr., (Ägyptologiesche Abhandlungen, Band 5) 2. Auflage, Harrassowitz, Wiesbaden 1971 ISBN 3-447-01298-6, S. 512 ff.

Schöne Grüße
> Antwort auf Beitrag vom: 18.10.2006 um 20:43:31  Gehe zu Beitrag
Arbabat  weiblich
Member - Themenstarter



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 
« Antwort #6, Datum: 23.10.2006 um 14:49:22 »   

So, bin wieder da, jedenfalls so halb
Das mk wird zwar "Siehe" übersetzt, stammt aber nicht von mAA "sehen", sondern ist mehr nur ein Ausruf, wie das englische "Well". man könnte es genauso mit "nun denn", "fürwahr", "wohlan" etc. übersetzen, oder es ganz unübersetzt lassen. Es ist jedenfalls keine Aufforderung, etwas zu sehen

Lektion ist ausgetauscht, jetzt sollte alles stimmen
Sorry nochmal für die Fehler, die sich immer einschleichen, so ist es, wenn man das ganze manchmal nur nebenher und huschusch macht Manchmal wünschte ich, mein Tag hätte mindestens 28 Stunden.....
> Antwort auf Beitrag vom: 20.10.2006 um 20:11:59  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member



Re: Hieroglyphenkurs - Lektion 5 Edel-mk.jpg - 114,58 KB
« Antwort #7, Datum: 24.10.2006 um 00:00:48 »   

Hallo,

zu den Erläuterungen zur Schreibweise von mk ist doch noch etwas anzumerken:

Laut Edel, Altägyptische Grammatik, § 38 handelt es sich bei dem "Arm mit Brot" D37 (manchmal auch mit rundem Brot D38) um das "Ideogramm des Gebens" im Imperativ jmj "gib!"


wie Kemeti schon kurz angedeutet hat. Von daher hat diese Zeichengruppe die Lesung m gewonnen; siehe dazu die Beispiele im beigefügten Ausschnitt aus Edels Grammatik.

Hierfür braucht man meines Erachtens nicht die "syllabische Schreibung" zu bemühen, die laut LÄ VI, 114-122 vornehmlich im Neuen Reich "für die Schreibung vorderasiatischer Wörter" benutzt wurde, wenn auch erste Beispiele für Fremdwörter im Mittleren Reich nachgewiesen sind. Bei mk handelt es sich aber um ein schon in alter Zeit vorhandenes Wort.

Das Wort selbst stammt von einem alten mj "siehe" und wird so z.B. in den Pyramidentexten verwendet. Häufiger und besonders im Mittelägyptischen ist die Verwendung mit Suffixen (zur Verdeutlichung wird oft ein "=" vor das Suffix gesetzt): m=k (wörtlich) "siehe du" (an eine männliche Person gerichtet), m=T "siehe du" (an eine weibliche Person), m=Tn bzw. m=tn "seht" (an mehrere Personen); Edel: "eigentlich wohl mjk, mjT, mjTn" (§ 613). Später wird dann nur noch m=k verwendet, speziell auch dann, wenn man an keine bestimmte Person gedacht hat. (Hannig, Ägyptisch-Deutsch, S. 370) Ausführliches zu diesem Thema findet man auch z.B. in Gardiner, Egyptian Grammar, § 234 oder in anderen Grammatiken. Schenkel behandelt in seiner "Tübinger Einführung in die klassisch-ägyptische Sprache und Schrift" die Partikel m=k an verschiedenen Stellen und hebt dabei hervor: "Mit m=k wird dem Hörer ein Sachverhalt 'präsentiert', die Partikel steht also in gewisser Weise 'über' der Formulierung des Sachverhalts, sie hat den präsentierten Sachverhalt zum Inhalt." (S. 84 in der Fassung von 2005). Er prägt sogar den Begriff "Präsentativ" für diese Funktion. Insofern spielt m=k durchaus eine wichtige Rolle und sollte bei Übersetzungen nicht weggelassen werden.

Viele Grüße,
Michael Tilgner


- Vollbild -
> Antwort auf Beitrag vom: 23.10.2006 um 20:12:38  Gehe zu Beitrag
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