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   Die Schrift (448)
   Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 (10)
  Autor/in  Thema: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62
Michael Tilgner  maennlich
Member

  

Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 Pharao_und_eine_Goettin_in_KV_62.pdf - 1,27 MB
« Datum: 22.12.2016 um 13:53:54 »   

Hallo,

wer in diesen Tagen nicht ganz ausgelastet ist, kann sich an dieser Inschrift versuchen: Der Pharao steht vor einer Göttin. Was mag diese Szene uns sagen? Vielleicht helfen uns die hieroglyphischen Beischriften weiter!

Viele Grüße,
Michael Tilgner
Haremhab  maennlich
Member

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #1, Datum: 23.12.2016 um 15:40:40 »   

Ich kann den Text natürlich nicht übersetzen, mit Ausnahme des nj nj Zeichens und dass es sich um die Göttin Nut handelt.

Mir ist zur Darstellung des Tut-anch-Amuns etwas aufgefallen, eine Erklärung im Lexikon habe ich dazu nicht gefunden.

Tut trägt in der rechten Hand einen Stab, was insoweit vielleicht nicht wundert, als ja auch in seinem Grab hunderte Stäbe gefunden wurden. Auch das Anch-Zeichen in der linken Hand ist erklärlich.

Aber warum trägt er bei dem Zusammentreffen mit einer Göttin, die ihn willkommen heißt, eine Keule mit sich? Oder handelt es sich nicht um eine Keule.?
Schöne Weihnachten
Haremhab
> Antwort auf Beitrag vom: 22.12.2016 um 13:53:54  Gehe zu Beitrag
Haiko Hoffmann  maennlich
Member

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #2, Datum: 23.12.2016 um 15:42:12 »   

Hier mein Versuch:

Versteckten Text anzeigen...
« Letzte Änderung: 24.12.2016 um 14:32:40 von Haiko Hoffmann »
> Antwort auf Beitrag vom: 22.12.2016 um 13:53:54  Gehe zu Beitrag
Haiko Hoffmann  maennlich
Member

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #3, Datum: 23.12.2016 um 15:51:30 »   

Meine Vermutung ist, dass es drei Insignien für Beständigkeit, Leben und Macht oder dergleichen sind. Letzteres wird wohl durch die HD-Keule (eine Königswaffe, auch als Abzeichen des Königs verstanden, s. Wb III S. 206.11) symbolisiert, ist er doch Herr über Leben und Tod seiner Untertanen und Feinde, sicher auch im Sinne der Königsideologie. Diese Keule wird als Zeremonienkeule verstanden, als Zeichen der Herrscherwürde. Laut Zahi Hawass wurde sie der Mumie oder dem Abbild des verstorbenen Königs im Verlaufe der Mundöffnung überreicht (Zahi Hawass/Sandro Vannini, Tutanchamun, das legendäre Grab des Pharao, Federking & Thaler, München 2008, S. 80).

Und da er v.a. die Keule nicht schwingt, wie beim Erschlagen der Feinde, sondern brav unten hält, wird dies keine nonverbale Drohgeste sondern eher eine devote Haltung sein.
« Letzte Änderung: 26.12.2016 um 15:05:23 von Haiko Hoffmann »
> Antwort auf Beitrag vom: 23.12.2016 um 15:40:40  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #4, Datum: 23.12.2016 um 22:28:47 »   

Hallo, Haiko,

Versteckten Text anzeigen...

Viele Grüße,
Michael Tilgner
> Antwort auf Beitrag vom: 23.12.2016 um 15:51:30  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #5, Datum: 24.12.2016 um 08:46:31 »   

Hallo, Haiko,

Versteckten Text anzeigen...

Viele Grüße,
Michael Tilgner
> Antwort auf Beitrag vom: 23.12.2016 um 22:28:47  Gehe zu Beitrag
Haiko Hoffmann  maennlich
Member

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #6, Datum: 24.12.2016 um 14:39:10 »   

Danke für die Hilfe. Hab alles neben allerlei Aufgaben zu absolvieren und habt da doch glatt versehentlich eine Zeile unterschlagen. Ich hoffe, dass es jetzt halbwegs stimmig ist.
> Antwort auf Beitrag vom: 24.12.2016 um 08:46:31  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 Eje_Detail.jpg - 107,10 KB
« Antwort #7, Datum: 25.12.2016 um 22:33:55 »   

Hallo, Haiko,

Versteckten Text anzeigen...

Viele Grüße,
Michael Tilgner
> Antwort auf Beitrag vom: 24.12.2016 um 14:39:10  Gehe zu Beitrag
Haiko Hoffmann  maennlich
Member

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #8, Datum: 25.12.2016 um 23:47:21 »   

Die erwähnte Stele der Taimhotep (BM EA 147) ist aus der Spätzeit, also "etwas" später als unsere Grabkammer. Die Panov’sche Transkription r Srtj=T ist hier gesetzt für die Schreibung


Die Stele des Pascherenptah (BM 886), Ehemann der Taimhotep, kennt eine ähnliche Stelle mit dem Hauch an der Nase, diesmal unserem Text näher: r fnd=k, d.h. „an deine Nase“ (wobei ich nicht weiß, ob Panovs Transkription korrekt ist, da bei ihm nicht r fnD=k steht). Die hieroglyphische Schreibung ist hier ganz knapp
. Ist beides eine typisch spätägyptische Schreibung oder ist dies ein Rückgriff aus mittelägyptische Formulierungen oder gar älter?
« Letzte Änderung: 26.12.2016 um 00:00:00 von Haiko Hoffmann »
> Antwort auf Beitrag vom: 25.12.2016 um 22:33:55  Gehe zu Beitrag
Michael Tilgner  maennlich
Member - Themenstarter

  

Re: Übersetzungsübung: Pharao und eine Göttin in KV 62 
« Antwort #9, Datum: 26.12.2016 um 11:36:53 »   

Lieber Haiko,

die Laute D und d werden schon im Mittelägyptischen kaum noch unterschieden; ähnliches gilt auch für T und t (z. B. Gardiner, Egyptian Grammar, § 19). "Geben" war ursprünglich rDj; im Mittelägyptischen ist es rdj zu transkribieren (Gardiner, § 289, 1). In seinem Wörterverzeichnis führt er für "Nase" an: fnd, "O. K. [Old Kingdom] fnD" (S. 566). Wb I, 577 zeigt für die Schreibungen im Mittleren und Neuen Reich nur noch ein d an. Die Umschrift r fnd=k "an deine Nase" entspricht also dem Lautbestand des Mittelägyptischen, während r fnD=k die ursprüngliche Aussprache im Alten Reich zugrunde legt. Das variiert nicht nur zwischen den Ägyptologen, sondern manchmal auch bei ein und demselben Ägyptologen!

Was nun die Inschriften der ptolemäischen Zeit anbetrifft, so weichen die Zeichen und Schreibungen derart ab, dass man fast von einem eigenständigen Schriftsystem sprechen möchte. Für die Inschriften dieser Zeit braucht man erhebliche Spezialkenntnisse. Es ist untunlich, sie zum Vergleich für Inschriften aus dem Mittleren oder Neuen Reich heranzuziehen, zumindest für uns.

Viele Grüße,
Michael Tilgner
> Antwort auf Beitrag vom: 25.12.2016 um 23:47:21  Gehe zu Beitrag
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