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   Ägypten und die Canaren (31)
  Autor/in  Thema: Ägypten und die Canaren
semataui  maennlich
Member - Themenstarter



Re: Ägypten und die Canaren/Ergänzung 
« Antwort #15, Datum: 21.03.2002 um 18:06:32 »   

Hi,
die Canaren sind vulkanischen Ursprungs und aus dem Meer emporgestiegen. Ein Festlandsockel fehlt völlig.
Letzte Vulkanausbrüche auf Lanzarote z.B. um 1750 bis 1790 (und Vergrößerung der Insel), La Palma 1955!!
Anders: die Berge setzen sich unter Wasser fort, steile Abhänge.
Ende der 60er Jahre des 20. Jh. haben Geologen festgestellt, dass sich das Canarische Archipel auf der tektonischen Platte des Atlantiks und nicht auf der afrikanischen befindet. Fuerteventura und wahrscheinlich Lanzarote entstanden vor ca. 12 Mio Jahren, die anderen Inseln vor 2 Mio Jahren durch Eruptionen an den Nähten beider Platten.
Atlantis? Warum nicht. Ich denke Santorin passt am besten.
Die Säulen des Herakles können auch die Felsen an der Meerenge zwischen Italien und Sizilien sein. Aber Mythos!

Gruss
semataui
« Letzte Änderung: 22.03.2002 um 11:19:29 von semataui »
Benedikt  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #16, Datum: 21.03.2002 um 19:00:55 »     

Hi

Der Timaios- und Kritiasdialog, die Hauptquelle der Atlantissage, ist von ihrem Charakter her eine Kosmogonie. Von der Entstehung der Welt bis zu den ersten Menschen und Staaten. Der Dialog bricht dann irgendwann unvermittelt ab. Genau so gut kann man meines Erachtens einen historischen Kern in den Schöpfungsmythen der Bibel suchen. Doch bringen tut das letztendlich nichts. Was fehlt sind handfeste Beweise archäologischer Natur die leider bisher allen Atlantistheorien die mir geläufig sind abgehen.

Die Pyramiden von Ägypten und Amerika unterscheiden sich in meinen Augen von ihrem Charakter den diese im religiösen Leben der Staaten spielten. Die ägyptische Pyramide ist ein Grab, die den Leichnam des Pharaos in sich verbirgt, während die Pyramiden in Mesoamerika mit einem kleinen Tempel auf ihrer Spitze geschmückt waren, in denen religiöse Rituale vollzogen wurden. Eher also noch einem mesopotamischen Zikkurat vergleichbar. Die äußerliche Form scheint erst mal identisch, und zu recht fragt man sich nach gleichen Urhebern dieser Architektur. Aber religionspolitisch sind das zwei verschiedene paar Schuhe. Die äußere Form ergibt sich vielleicht zwangsläufig. Gibt man Kindern eine Anzahl von Bauklötzen zum spielen kommt irgendwann immer eine Pyramide heraus.

So sind auch die Kalender trotz Gemeinsamkeiten unterschiedlich. Die Ägypter hatten 12 Monate zu 30 Tage plus 5 Epagomenen. Der Mayakalender hat ebenfalls fünf Epagomenen dort Uayeb genannt, aber 18 Monate zu  20 Tagen. Das ein Jahr zu rund 365 Tagen besteht kann man an jeder Stelle der Erde durch Beobachtung und Berechnung feststellen. Und das man bei einer Aufteilung in gleiche Abschnitte immer einen Rest von 5 Tagen hat ergibt sich in Amerika ebenso wie in Asien, Afrika oder Europa. Auch die Unterteilung eines Mondmonats in eine Gewisse Anzahl von Abschnitten kann zwangsläufig zu 4x7 Tagen führen, ohne das die Entwicklung solcher Kalender sich gegenseitig in irgendeiner Form bedingt haben müssen. Könnten sich also so auch die 52 Wochen in zwei Kalenderberechnungen herleiten, die unabhängig von einander konzipiert wurden. Die Maya hatten zwei Kalender in Betrieb. Einen mit 260 Tagen und einen weiteren mit 360 Tagen plus den 5 Tagen am Ende des Jahres. Diese liefen synchron zueinander und stimmten alle 52 Jahre wieder überein. Vielleicht beziehen sich die 52 Platten auch auf diesen Zyklus.

Grüße Benne
Gitta  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #17, Datum: 24.03.2002 um 17:47:56 »     

Ich habe gerade nachstehende Pressenotiz aus dem Netz gefischt und in die News gesetzt:


Zitat:
Die Abura II erreichte am 23.03.2002 Alexandria. Sie nimmt teil an den offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten für die neue alexandrinische Bibliothek am 23.04.2002, sagte der Direktor der Bibliothek. Ismail Serag Eddin berichtete anlässlich einer Pressekonferenz, dass es sich bei diesem Boot um die Arbeit deutscher Jugendlicher handele. Mit einem Kostenaufwand von 100.000 $ bauten sie das Boot aus traditionellem Papyrus-Material. Sie orientierten sich an Darstellungen oberägyptischer Wandreliefs. Laut Serag Eddin erhielt es seinen Namen nach einer "sehr antiken ägyptischen Gottheit der Kanarischen Inseln"(?).

Das 12 m lange und 4 m breite Gefährt wird nach den Feierlichkeiten in Alexandria in den Libanon und die Ägäis weitersegeln.


Wer oder was ist Abura  

Gitta
Taharqa  maennlich
Member



Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #18, Datum: 24.03.2002 um 19:12:12 »   

Hi Gitta !
Abura ist eine Holzart (Mitragyna ciliata)und ist in
West- und Zentralafrika verbreitet. Der Laubbaum wächst in den Küstensumpfwäldern des tropischen Westafrika von Sierra Leone und Liberia bis nach Kamerun und Gabun.
Gitta  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #19, Datum: 24.03.2002 um 19:37:12 »     

Hmmm

und was hat das mit ägyptischen Göttern zu tun

Taharqa  maennlich
Member



Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #20, Datum: 24.03.2002 um 20:13:15 »   

Hi Gitta !
Du fragtest ja auch nur nach Abura. Mit Göttern hat das sicher nichts zu tun. Ist nur eine Holzsorte die vorzugsweise von Modellschiffbauern benutzt wird.
MfG
Gitta  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #21, Datum: 24.03.2002 um 23:17:37 »     

Stimmt - falsche Fragestellung  

Also nochmal: das von den Jungs (+ Mädchen ?) gebaute Papyrus-Boot heisst Abura. Und diesen Namen erhielt es nach Aussage des Museumsdirektors von Alexandria nach einem antiken ägyptischen Gott der Kanarischen Inseln

Gitta
Taharqa  maennlich
Member



Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #22, Datum: 31.03.2002 um 20:47:26 »   

Hi Gitta !
Das Schilfboot heißt Abora. Ich habe hier den Link zum Projekt: ABORA
Also doch eine kanarische Schutzgöttin. Was ein Buchstabe ausmacht.
MfG Taharqa
Gitta  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #23, Datum: 01.04.2002 um 09:36:52 »     

Hallo Taharqa,
ich habe es inzwischen auch mitgekriegt. Leider sind die original ägyptischen Presse-Kurzmitteilungen manchmal mit der heissen Nadel gestrickt und mit den Namen stehen sie sowieso auf Kriegsfuß. In Al-Ahram weekly gibt es einen langen Artikel über das Schilfboot. Darin steht u.a.:


Zitat:
What is "Abora"? In its original incarnation, Abora is the power of goodness depicted by a sign that can be found on step pyramids, similar to the Saqqara step pyramid, all over the Mediterranean region. For modern-day historians, Abora is a strong indication of links between the peoples of the Mediterranean sea dating back to prehistoric times.


Ausserdem handelt es sich lt. Al-Ahram nicht um ein pharaonisch gestaltetes Schiff, sondern um eine prähistorische Bauart. Denn der Erbauer, der Biologielehrer Görlitz, hat sich an pähistorischen Felszeichnungen, z.B. im Wadi Hamamat, orientiert.

Hier ist der komplette Artikel nachzulesen:

http://www.ahram.org.eg/weekly/2002/579/fe2.htm

Ich werde den News-Beitrag noch entsprechend überarbeiten.

Danke für den Link

Gitta

PS: Bisher haben wir darüber diskutiert, ob die Ägypter Kontakte nach Übersee hatten und haben das meist verworfen, weil ihre Schiffe nicht seetüchtig waren. Aber dass es viel früher vielleicht Kontakte gab, sozusagen in vor-kultureller Zeit, das haben wir dabei ausser Acht gelassen.
« Letzte Änderung: 01.04.2002 um 09:45:14 von Gitta »
alvet  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #24, Datum: 20.04.2002 um 10:44:07 »     

Habe einen Link zu den Pyramiden in Güimar.

Mehr Infos unter www.ferco.org (mit Th. Heyerdahl)

Benedikt  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #25, Datum: 20.04.2002 um 22:12:01 »     

Hallo Gitta


Zitat:
PS: Bisher haben wir darüber diskutiert, ob die Ägypter Kontakte nach Übersee hatten und haben das meist verworfen, weil ihre Schiffe nicht seetüchtig waren. Aber dass es viel früher vielleicht Kontakte gab, sozusagen in vor-kultureller Zeit, das haben wir dabei ausser Acht gelassen.


Von den pyramidenformen  religiöser Kultstätten mal abgesehen gibt es viele Gemeinsamkeiten bei denen ich mich frage ob die Aussage „es gab keine Kontakte“ nicht vielleicht „unmöglich“ heißen muß. Z. B. Pfeil und Bogen, Speer, Axt, Schrift, Architektur, Masken für rituelle Tänze, Haustiere, Dörfer und Städte, Boote, Religion, Spiele, Landwirtschaft, Straßen, etc.. .  Ist das alles jeweils aus den menschlichen Gemeinschaften in den verschiedenen Kontinenten selbst hervorgegangen? Z. B. die Axt. Man schafft durch die Verbindung eines entsprechend zugerichteten Steines mit einem Holzstab einen längeren Hebel und kommt definitiv mit seiner Arbeit schneller voran. Etwas durchaus logisches wo jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen selbst drauf kommen kann. Oder hat die jemand irgendwo erfunden, und diese Idee hat anschließend ihren Zug durch die Welt angetreten? Gab es also quasi eine Uraxt? Oder Ballspiele. Etwas ist rundlich, rollt länger, und alle laufen hinterher um es zu fangen. Sieht man aber ja schon bei Katzen und Hunden. Oder die Diskussion um die 365 Tage Kalender. Die Erde dreht sich halt an allen Orten in diesem Zeitraum um die Erde. Ich komme bei solchen Überlegungen ob es nun interkulturelle Kontakte gab oder nicht, nie zu einem mich befriedigenden Ergebnis.  Zum einen gibt es – wie billig – keine Aufzeichnungen. Und bei einem archäologischen Fund kann man immer davon ausgehen das irgendwo vielleicht ja auch noch was älteres steht oder liegt. Oder genau so wahrscheinlich. Irgendwo mal lag oder stand. Über das denken kann ich mir solche Sachen immer von 2 Seiten her logisch erklären. Das ist das Problem das ich damit habe. Das geht von den „einfachen“ Dingen wie Feuer machen, bis hin zur Schrift und Architektur.  Und das sind noch die einfacheren Fragen was die Geschichte der Menschen auf diesem Planeten betrifft.

Grüße Benne

PS: Ups, etwas lang geworden
alvet  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #26, Datum: 21.04.2002 um 15:33:38 »     

Re: auf Semataui 18.3.2002 10:45:05


Zitat:
Die Verwesung des Körpers beginnt m.E. im Hirn und den Innereien, es folgen die Weichteile


Ich möchte das noch ein wenig differenzierter betrachten. Vielleicht ist es für einige informativ...

Vor der Verwesung kommen noch Autolyse, Fäulnis – und dann erst die Verwesung. Alles zusammen wird als biologischer Tod bezeichnet.
Weitere Unterteilung:
- frühe Leichenerscheinungen = postmortale Phase
- späte Leichenerscheinungen = kadaveröses Stadium.

Wem es jetzt zu gruselig wird – dann nicht weiterlesen...
Von den äußeren und individuellen Verhältnissen hängt es ab, ob der Körper früher oder später abkühlt. So erfolgt die Abkühlung durch Strahlung langsamer als durch Leitung (z.B. Verschüttete). Nicht zuletzt ist die Außentemperatur von Bedeutung:
Trockengebiete,
Luftfeuchtigkeit
Späte Leichenveränderungen (Verwesung)
Autolyse ist die Zersetzung organischer Strukturen durch körpereigene Fermente. Und da hat natürlich Iufaa recht (Antwort # 5, 18.3.2002, 18:37:28). Die Bewohner haben mit Sicherheit das Aufquellen von Tierkadavern beobachtet. Also mußte man was machen um sauber vor die Götter zu treten.
Nur Waschungen reichten natürlich nicht aus (allenfalls kann man die Pilzbewachsung verhindern).
Waren anatomische Kenntnisse vorhanden um die sehr schnell einsetzende Autolyse zu verhindern?
z.B. die sehr schnelle Erweichung der Thymusdrüse bei Jugendlichen, oder die regelmäßige Andauung der Magenschleimhaut durch das schleimhauteigene Pepsin.

Ich glaube, da haben die Ägypter den besseren Durchblick gehabt (Kanopen).
Währscheinlich wurden in Ägypten Natronsalze eingesetzt um die beginnende Verflüssigung zu stoppen und es gar nicht zur Fäulnisbildung kommen zu lassen, die dann in Gasbildung endet.

Da vielleicht außer Waschungen nichts gemacht wurde (?), tritt schließlich das Stadium der Verwesung ein – die Gewebe vermodern einfach, schon deshalb werden wir keine Leichenberge finden (Cippi1234, Antwort # 3, 16.3.2002, 20:25:31).
Bei Trockenheit und guter Luftzufuhr kann es durch starke Verdunstung der Körpersäfte zur Mumifikation kommen. Der Körper verliert stark an Gewicht und schrumpft (ca ½ bis 1 Jahr), bei Kindern Monate.
Meiner Meinung nach scheidet eine Fettwachsbildung in diesen Regionen aus, da der Körper längere Zeit unter gänzlichem Luftabschluß im feuchten Milieu liegen muß.

Tja, kein angemehmes Thema aber...
Für Hartgesottene empfehle ich: Gerichtliche Medizin, Wolfgang Dürwald, ein Lehrbuch für Studenten.
Gitta  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #27, Datum: 21.04.2002 um 22:34:07 »     

Uii, das hört sich ja an wie ein Vortrag von Dr. Quincy

Nicht uninteressant. Könnte vielleicht bei einer Diskussion über Mumifizierung mal hilfreich sein.

Gitta
> Antwort auf Beitrag vom: 21.04.2002 um 15:33:38  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator



Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #28, Datum: 21.04.2002 um 23:13:06 »   

Kleine Ergänzung hierzu:

das Einsalzen in Natron hat natürlich zum Ziel, gleich möglichst früh dem Gewebe Wasser zu entziehen. Nicht nur zersetzende Bakterien und Pilze sind darauf angewiesen, sondern natürlich auch die körpereigenen Enzyme - legt man die einfach "trocken", dann unterbindet man ihre Funktion.

Das "Ausweiden" ist bei dem Verfahren ebenfalls notwendig, damit man das Salz überhaupt erst mal in die Nähe der wichtigen  Orte  - d.h. ins Körperinnere kriegt. Von außen ist die Trocknung durch das Wasser-anziehende Salz zu langsam.

Gruss, Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 21.04.2002 um 15:33:38  Gehe zu Beitrag
heinz  
Gast

  
Re: Ägypten und die Canaren 
« Antwort #29, Datum: 19.10.2002 um 13:00:58 »     

Genau,
wer sagt uns, dass die Guanchen jemals nicht auf den kanarischen Inseln waren? Vielleicht sind sie tatsächlich die Urbevölkerung von Atlantis.
> Antwort auf Beitrag vom: 20.03.2002 um 20:02:30  Gehe zu Beitrag
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