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07.08.2020 um 12:03:00


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Die astronomische Decke in Deir el-Hagar - (Seite 9 von 9)
Winde

Im vierten Register ist wieder eine Reihe von Göttern zu sehen. An beiden Enden des Registers finden wir zwei der sonst üblichen vier Winde dargestellt. Dabei ist deutlich zu erkennen, dass die rechte Seite der Decke im Laufe der Jahre erheblich gelitten hat. Welche Winde dargetellt sind bleibt unklar. Kaper geht davon aus, dass die Darstellung von nur zwei Winden auf Platzmangel zurückzuführen ist.

Oberhalb des geflügelten Skarabäus ist ein Bulle zu sehen, das Sternzeichen des Stiers (Taurus). Eine Begründung für diese Darstellung findet auch Kaper nicht.

Eine Deutung der 12 dargestellten Götter ist nicht eindeutig zu finden. Es könnte sich aber zum Teil um die Darstellung der zwölf Mondmonate handeln. Die dargestellten Götter würden dann mit den ihnen zugeordneten Festen korrespondieren.

So würde der erste Monat durch die Göttin Hathor repräsentiert (erste Göttin in der Reihe), weil das zu ihren Ehren gefeierte „Fest der Trunkenheit“ am 20. des ersten Monats begangen wurde. Der letzte Gott in der Reihe ist Re-Harachte, nach dem der letzte Monat Mesore benannt war. Eine Bezeichnung übrigens, die heute noch im koptischen verwendet wird.

Kaper weißt darauf hin, dass sich die Deutung der 12 Götter als Repräsentanten der 12 Mondmonate nicht lückenlos nachweisen lässt.

Auf zwei Götter will ich abschließend noch näher eingehen. Da ist zunächst die Göttin Ipet. Sie erscheint als Sternkreiszeichen und ist dargestellt als Nilpferd; Rücken und Schwanz der Göttin sind die eines Krokodils. Sie steht auf Löwenpfoten und stützt sich auf einen Pfahl. In der Hand hält sie einen Stierschenkel, was die Himmelskonstellation des Großen Bären beschreiben soll.

Hinter Ipet steht auf einem Sockel der Gott Tutu. Dieser Gott ist nicht typisch für astronomische Szenen. Es ist auch nicht eindeutig zu klären, warum dieser Gott hier aufgenommen wurde. Dieser Gott wurde hauptsächlich in Griechisch-Römischer Zeit verehrt. Man glaubte er biete Schutz vor feindseligen Erscheinungsformen von Gottheiten und Dämonen.

Kaper meint, die Position an dritter Stelle weißt darauf hin, dass das Fest für Tutu im dritten Monat Athyr begangen wurde, was im Tempel von Esna belegt sein soll.



© Foto und Text by
Haremhab


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