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   Neues aus der Ägyptologie (107)
   Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz (71)
  Autor/in  Thema: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz
Ti  weiblich
Member

  

Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Datum: 19.01.2004 um 10:34:34 »   

In der Kemet 4/2003 war zu lesen, daß "die Ägyptologin Joann Fletcher gegen eine vom SCA aufgestellte Regel verstoßen hatte, derzufolge das SCA als erstes von neuen Entdeckungen zu unterrichten ist, bevor Informationen an die internationale Presse gegeben werden dürfen. ..." und daher nun der Archäologen-Gruppe von der Universität York die Grabungslizenz entzogen worden sei.

Ehrlich gesagt, habe ich es noch nie verstanden, wie sie zu dem Schluß kam, daß die Mumie, die ich als "younger lady" aus dem Versteck bei Amenhotep II. kenne, Nofretete war. Ich habe dazu den Artikel aus "The Sunday Times" vom 8.6.2003 gelesen, der mir ziemlich suspekt war. Weiß jemand, ob Joann Fletcher noch stichhaltigere Argumente für ihre Annahme hatte, als "daß ihr die Ähnlichkeit der Photogrphie (von 1907) mit der seit 1920 in Berlin ausgestellten Büste der Nofretete auffiel, ..." - zit. nach "The Sunday Times", oder mußte sie irgendein Ergebnis präsentieren, um ihre Geldgeber (Discovery Channel) bei der Stange zu halten?
Haremhab  maennlich
Member

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #1, Datum: 19.01.2004 um 11:17:21 »   

Hallo Ti,

wenn Du dazu die Schlagzeile 398 von Gitta liest ist die Zeit eigentlich zu schade, sich mit dem Blödsinn von Frau Fletcher zu beschäftigen. Ich bin schon bei der Sendung in Discovery "bald in den Fernseher gesprungen".

Bei Asterix hieß es immer: "die spinnen die Römer". Nun ist zumindest eine Spinnerin hinzuekommen.

Nicht für ungut

Haremhab
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 10:34:34  Gehe zu Beitrag
Ti  weiblich
Member - Themenstarter

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #2, Datum: 19.01.2004 um 12:23:47 »   

Hab die Schlagzeile von Gitta gelesen. Sehr erhellend!   Anscheinend hinke ich der Zeit mal wieder hinterher. Den Beitrag von Discovery konnte ich nicht sehen, aber da ist mir wohl nicht viel entgangen.

Mir sind in einem anderen thread Bücher von ihr ("Amenophis - Sonnenkönig vom Nil") empfohlen worden, ist diese Arbeit überhaupt noch ernst zu nehmen?

Liebe Grüße Ti

PS: Wenn die "younger lady" nun ein Mann war, dürfte das auch wieder allerhand Anlaß zu Spekulationen darüber geben, wer er denn nun war. (Semenchkare, Zananza, ...?) Haben sich seriöse Wissenschaftler damit schon beschäftigt? Die Universität von York scheint ja aus dem Spiel.
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 11:17:21  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #3, Datum: 19.01.2004 um 13:36:09 »   

Hallo Ti,

wie ich im anderen tread ja schon erwähnt hatte, habe ich die Bücher von Fletcher nicht gelesen.
Pauschal würde ich urteilen man sollte niemand wegen Fehler verurteilen.
Auch die Meinung von Nicolas Reeves ist umstritten. Deshalb seine Bücher pauschal zu verurteilen ist sicherlich falsch.
Generell sollte man alles mit Bedacht lesen.

Lies das Buch und urteile selber.

Gruß
nauna
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 12:23:47  Gehe zu Beitrag
Ti  weiblich
Member - Themenstarter

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #4, Datum: 19.01.2004 um 18:51:31 »   

Hallo nauna,
natürlich hast du recht, wenn du sagst, daß man niemanden wegen eines Fehlers als ganzes bzw. die gesamte Arbeit verurteilen sollte.   So hatte ich das auch gar nicht gemeint. Ich war nur einfach unsicher geworden und vielleicht ist das auch ganz gut so.
Hab inzwischen das Buch gelesen (d.h. ich hatte es bereits vor dem Artikel gelesen). Es muß 'ne echte Fleißarbeit gewesen sein. Und sehr anschaulich (in jeder Hinsicht). Als Nachschlagewerk werd' ich es ins Bücherregal stellen, weil ich in so komprimierter Form noch nichts vergleichbares gefunden habe.

Liebe Grüße Ti
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 13:36:09  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #5, Datum: 19.01.2004 um 20:31:14 »   

Nicoals Reeves

- der darf doch auch nicht mehr in Ägypten buddeln oder?

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 13:36:09  Gehe zu Beitrag
naunakhte  weiblich
Moderatorin

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #6, Datum: 19.01.2004 um 20:38:45 »   

Soll man daraus schließen, das man besser keine Bücher veröffentlicht  
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 20:31:14  Gehe zu Beitrag
Crossinger  
Gast

  
Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #7, Datum: 19.01.2004 um 21:58:21 »     


Zitat:
Nicoals Reeves

- der darf doch auch nicht mehr in Ägypten buddeln oder?


Soweit ich von Kommilitonen gehört habe, schlägt Zahi Hawass als neuer Chef des EAS eine ziemlich rassistisch-fremdenfeindliche Attitüde gegenüber ausländischen Grabungsteams an. Die "großen" Projekte, die bereits seit Jahren laufen, sind davon wohl unbehelligt, aber neue Forschungsanfragen etc. oder auch einfach nur kleine Projekte "vor Ort" werden zunehmend abschlägig beschieden.  

Motto des EAS: "Wir können das selber!"

Crossinger
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 20:31:14  Gehe zu Beitrag
Iufaa  maennlich
Moderator

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #8, Datum: 19.01.2004 um 22:01:40 »   

Können sie es auch selber zahlen?

Iufaa
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 21:58:21  Gehe zu Beitrag
Meritneith  
Gast

  
Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #9, Datum: 20.01.2004 um 07:27:11 »     

Ich denke schon, dass das EAS vieles selber kann, aber eine solche Einstellung ist doch der Sache an sich schädlich. Allein schon aus finanziellen Gründen, da hat Iufaa schon recht, aber es wirft doch ein schlechtes Licht auf die Arbeit des EAS und macht Kooperationen sicher nicht einfacher...
« Letzte Änderung: 20.01.2004 um 07:28:27 von Meritneith »
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 22:01:40  Gehe zu Beitrag
.  
Gast

  
Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #10, Datum: 20.01.2004 um 10:51:26 »     


Zitat:
Soweit ich von Kommilitonen gehört habe, schlägt Zahi Hawass als neuer Chef des EAS eine ziemlich rassistisch-fremdenfeindliche Attitüde gegenüber ausländischen Grabungsteams an.


ist das eigentlich ein Wunder? Hat dies der Westen nicht jahrzehnte/jahrhundertelang mit Ägypten gemacht? Nach dem Motto, ägyptische Wissenschaftler sind "in der Pfeife zu rauchen" ?
Westliche Wissenschaftler die sich nur für die "besseren" Grabungsareale interessieren. Die Jahrzehntelang auf ihren Ergebnissen hocken und sie nicht veröffentlichen.

Ist die Reaktion des EAS nicht irgendwo auch 'menschlich' nachvollziehbar?
> Antwort auf Beitrag vom: 19.01.2004 um 21:58:21  Gehe zu Beitrag
manetho  maennlich
Member

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #11, Datum: 20.01.2004 um 11:27:35 »   

nachzuvollziehen schon, aber kurzsichtig und nicht im Interesse der Sache.
Und dies bedeutet für mich persönlich, dass da der falsche Mann an den ensprechenden Hebeln sitzt - oder er für sich überdenken sollte, was er ist: ernsthafter Archäologe, der für seine Aufgabe lebt oder "nur" Marketing-Manager"
> Antwort auf Beitrag vom: 20.01.2004 um 10:51:26  Gehe zu Beitrag
Ti  weiblich
Member - Themenstarter

  

Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #12, Datum: 20.01.2004 um 11:28:39 »   

Ich denke, daß es insofern schädlich ist, als fremdenfeindliche Äußerungen aus arabischen Ländern leicht in einen islamistischen Kontext gebracht werden können, ohne daß ich Mr. Hawass etwas in dieser Richtung unterstellen möchte. Daß die Ägypter - salopp ausgedrückt - stinksauer darüber sind, daß ihre Schätze über Jahrzehnte hinweg von mehr oder weniger kompetenten Grabungsteams bis Abenteurern ausgebeutet und verschleppt wurden (Ich denke da vor allem an die erste Zeit der Ägyptomanie im 19. Jahrhundert, wo auf jeder besseren Party eine Mumie ausgewickelt werden mußte), kann man irgendwo verstehen, denke ich. Aber dennoch denke ich, daß es sehr unvorsichtig ist, extremes bis extremistisches zu äußern, so lange der Colt bei Mr. Bush so locker sitzt. Es ist tragisch, daß internationalen Teams die Arbeit dadurch so erschwert wird. irgendwo glaube ich immer noch daran, daß vier Augen mehr sehen als zwei.

Liebe Grüße Ti
> Antwort auf Beitrag vom: 20.01.2004 um 10:51:26  Gehe zu Beitrag
crossinger  
Gast

  
Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #13, Datum: 20.01.2004 um 13:36:43 »     

Na ja, vielleicht ist es ja auch kein ägyptisches Problem, sondern das Problem eines übergroßen Egos von Herrn Z.H.

Wenn der eines Tages nicht mehr ist, dann kommen vielleicht auch wieder bessere Zeiten...

Crossinger

> Antwort auf Beitrag vom: 20.01.2004 um 11:28:39  Gehe zu Beitrag
Seqenenre  
Gast

  
Re: Joann Fletcher - Entzug der Grabungslizenz 
« Antwort #14, Datum: 20.01.2004 um 15:49:16 »     

Das mit dem großen Ego stimmt wohl, aber ich meine, er braucht`s auch - so wie er (u.a. aus Berlin und München) bisweilen angegiftet wird. Ich glaube aber eigentlich eher, daß er solch eine Show hauptsächlich für unsere amerikanischen Freunde und ihre privaten Fernsehsender abzieht, weil er dann von denen Kohle locker machen kann - nicht für sich, sondern für "wirkliche Forschung". Forschungsgelder für die sind nun einmal Mangelware, in Ägypten noch viel mehr als in anderen, "westlichen" Ländern.

Wenn man sich ansieht, was andere Länder, sei es die USA, GB, D oder wer auch immer in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten so alles mitgenommen und mitgehen lassen haben, muß man doch letztendlich zu dem Schluß kommen, daß hier ein Land systematisch ausgeplündert und seines Anrechts auf seine eigene Geschichte beraubt wurde, und daß es so nicht weitergehen konnte.

Außerdem: wie ist denn die deutsche Verfahrensweise bei Ausgrabungen hierzulande? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, von Grabungen in Deutschland gehört zu haben, die durch ausländische Archäologen vorgenommen wurden. Und auch nicht daran, daß in einem Museum im Ausland die Leichen oder Särge von Deutschen der Öffentlichkeit präsentiert wurden...

Daß Frau Fletcher nicht weiter graben darf, weil sie sich nicht an geltende Bestimmungen gehalten hat, ist meiner Ansicht nach vollkommen O.K. und nicht zu beanstanden. Wenn ich etwas nicht darf, dann lasse ich`s halt oder muß die Konsequenzen tragen - dies umso mehr, wenn ich nur Gast in dem Land bin!

Zu "es kann nur besser werden": ich glaube nicht, daß die ägyptische Altertümerverwaltung bzw. die Regierung von ihrer restriktiven Politik abweichen wird, sondern rechne eher mit einer Verschärfung. Ist aber auch nichts grundlegend Neues: in den sechziger oder siebziger Jahren ist die ägypt. Regierung z.B. ja auch schon einmal an die Deutschen mit der Bitte herangetreten, sie mögen ihnen doch die Nofretete-Büste zurückgeben - im Austausch wollten die Ägypter dafür den Feldherrenstab Rommels hergeben...
> Antwort auf Beitrag vom: 20.01.2004 um 13:36:43  Gehe zu Beitrag
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