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  Apedemak (Gott)
Löwenköpfiger Gott, der in meroitischer Zeit (Epoche - Nubien) entstand und den Ägyptern unbekannt war.
Er war der Kriegsgott der Meroiten und versinnbildlichte als Gott die zerstörende und die schöpferische Macht. Dargestellt wurde er als Mensch mit Löwenkopf, Köcher und Bogen in der Hand. Seine Begleiterin ist die Göttin Amesemi, die auf dem Kopf sonnenscheibengekrönte Doppelfalken trägt.1

König --> Arnekhamani erbaute den ältesten Tempel - kurz vor 200 v. Chr. - in Musawwarat es-Sufra für Apedemak.
Der Tempel hat eine Länge von 15 m mit sechs lotusartigen Innensäulen. Er ist mit einem reichem Bildprogramm ausgestattet, das an die ptolemäischen Bauten in Ägypten erinnert.

Apedemak erlangte in Meroe eine Bedeutung, die in der vorangegangenen religiösen Struktur Kuschs noch unbekannt gewesen war. Er gewann durch seinen dominierenden Charakter die Stellung eines "Krongottes", der dem quore (meroitische Bezeichnung für einen Herrscher) die Herrschaft im Lande des Löwengottes verlieh.
Sein Tempel könnte daher im Rahmen des sakralen Königtums die Funktion des früheren Amun-Tempels übernommen haben. Darin wäre ein weiterer einsichtiger Grund für die Verlegung des administrativen und religiösen Zentrums von Napata nach Meroe zu sehen, wo Apedemak als eindeutig einheimischer Gott verehrt wurde, der den König schütze und den Sieg spendete.
Für diese Verehrung errichtete man die Löwentempel, in den sich die Riten des jeweiligen Thronbesteigens und der Erwählung durch den Gott - der damit auch die Kandake als Herrschende anerkannte - vollzogen haben.
Die Löwendarstellungen symbolisierten die Macht des meroitischen Gottes Apedemak. Überall ließ man Löwenplastiken errichten, die Apedemak repräsentierten, aber auch eine Schutzfunktion hatten.

1 Dietrich Wildung, Karla Kroeper: Naga - Royal City of Ancient Sudan. Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2006


Quelle:
Antike Welt - Kusch - Meroe - Nubien Teil 2 (1987) Seite 96 ff.
Rudolf Fischer, Die schwarzen Pharaonen, Bergisch Gladbach 1986.
Friedrich W. Hinkel, Auszug aus Nubien, Berlin 1978.
Angelika Lohwasser, Die Götterwelt im Reich von Kusch: Die meroitischen Götter, in: MittSAG 7, S. 32-38.

Eingestellt durch: Apedemak (08.03.2003)
Bearbeitet durch:  Apedemak (01.04.2008)


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