Ägyptologie Forum Hallo Gast, hier einloggen oder registrieren.
18.12.2017 um 13:59:26


HomeÜbersichtHilfeSuchenLoginRegistrierenKalenderLexikonChat



A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | NEU
(2826 Begriffe im Lexikon)
Suchen | Filter | Abkürzungen | Neuer Begriff

« vorheriger Begriff | nächster Begriff »
  Nitokris (Königin, 6. Dyn)
um 2.218 - um 2.216 v. Chr.

Nt-jortj

Geburts- oder Eigenname: Neith-aqerti, Neith-iqeret (Nt-jortj) (Turin 4.7)

Die legendäre Königin Nitokris ("Neith ist vortrefflich"), die von der späteren Zeit (Turiner Papyrus, Manetho) an das Ende der 6. Dynastie gesetzt wird, ist zeitgenössisch mit keinem Denkmal bekannt. Ihre geschichtliche Existenz, an der gegenwärtig im allgemeinen festgehalten wird (zuletzt J. v. Beckerath, N. Grimal, J. Vercutter; anders H. Goedicke) kann daher vorläufig nicht untermauert werden.
Als Dauer ihrer Herrschaft gibt Manetho 12 Jahre an und schließt mit ihr die 6. Dynastie ab.

Weder die Königsliste aus Saqqara noch die aus Abydos nennen ihren Namen, ihre Identifizierung mit dem NTrj-kA-Ra (Netjerkare - Abydos A,40) oder Mn-kA-Ra (Menkare-Abydos A,41) ist ausgeschlossen. In der gesamten Abydosliste werden sowieso keine weiblichen Könige aufgeführt.

Lexikon der Pharaonen:
Verschiedentlich wurde versucht, sie mit inschriftlich bezeugten Personen zu identifizieren (mit Königin Neith, der Gemahlin des Pepi II, mit dem König Menkare, mit Netjerikare) um einen historischen Kern der Nitokrislegende zu finden. Namensähnlichkeiten von Menkaure (Mykerinos) mit dem angeblich mit Nitokris identischen Menkare, doch bleibt dies ohne neuere Funde äußerst spekulativ!

Königin Nitokris (nach S. Roth - ÄAT 46)
Die Rekonstruktion einer Regentschaft der Neith (Tochter Pepi I, Gemahlin von Merenre I und Pepi II, Königsmutter des Anch-ka-Rê/Antiemsaf II) für ihren noch unmündigen Brudergemahl Pepi II beruht auf dem wiederholten Versuch, ihre Identifizierung mit einer Königin Nitokris wahrscheinlicher zu machen, die sowohl vom Turiner Papyrus als auch von den Historikern unter den herrschenden Königen am Ende der 6. Dynastie aufgeführt wird.
Allerdings hat wohl diese Person mit der Gemahlin von Pepi II nicht viel mehr gemeinsam als den ersten Bestandteil ihres theophoren Personennamens.

Gleichwohl spielt Nitokris eine wesentliche Rolle bei der Ergänzung einer fragmentarisch erhaltenen Beischrift auf einem Relieffragment aus dem Pyramidentempel der Neith. Darauf erkannte Newberry in einer stark zerstörten Königskatusche den Namen Mn-kA-Raw - den Thronnamen eines Königs der 8. Dynastie, der zeitgenössig durch Rollsiegel belegt ist und auch von der Königsliste in Abydos aufgeführt wird (J. v. Beckerath, Nr. VIII.2).

Dem "Thronnamen der Neith" fehlte allerdings - wie von Newberry selbst angemerkt - der sonst übliche nj-swt-bjt-Titel - ein Umstand, der ein ganz anderes Verständnis der Beischrift nahe legt. Bei dem Namen Nt-jqrtj im Turiner Papyrus handelt es sich wohl um den Geburtsnamen der Königin, obwohl im Papyrus (Fragment 43) ihm der Titel nj-swt-bjt vorangeht.
Die Form des Namens ist weiblich!

Die früher oft geäußerte Vermutung, der Name Nitokris sei aus demjenigen der ersten Herrscher der 8. Dynastie, NTrj-kA-Ra (Abydos, A 40) entstanden, wird durch das Zeugnis des Turiner Papyrus (IV,7: Neit-aqerti) eindeutig wiederlegt.
Also alles in allem ziemlich "nebulös" diese Königin - aber einige Experten neigen doch gegenwärtig zu ihrer geschichtlichen Existenz! (siehe v. Beckerath, Grimal und Vercutter).
Manetho überliefert durch Afrikanus u. Eusebius ein edles Bild von ihr:

Zitat:
"die edelste und lieblichste der Frauen ihrer Zeit, von bräunlicher Hautfarbe, die die erste Pyramide errichtete"
oder
Zitat:
"die edelste und lieblichste Frau ihrer Zeit, blond und rosenwangig, die dritte Pyramide erbaute sie".

(Text: Nefer-Aton, Co-Autor J.H. Pirzer)

Verschiedentlich wird auch versucht hinter dem Namen keine Frau sondern einen Mann zu vermuten.

Insgesamt fehlen für genauere Angaben allerdings die Belege.


Quelle:
von Beckerath, J., Münchner Ägyptologische Studien (MÄS 46 und 49) Mainz 1997/99
Schneider, T., Lexikon der Pharaonen, Düsseldorf 2002
Clayton, P., Die Pharaonen, London 1994

Eingestellt durch: semataui (07.05.2003)
Bearbeitet durch:  Iufaa (14.04.2005), naunakhte (10.05.2005), semataui (10.08.2012)




Powered by YaBB