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  Sia (Gott)
Seit dem Neuen Reich als eine der Schöpferkräfte verehrt.
Im späten Neuen Reich wurde der Kreis der "Hilfsgötter der Willensbildung" (S. Schott), der aus Sia (planende Einsicht), Hu (schaffender Ausspruch) und Heqa (Kraftübertragung - Zauber) bestand, durch die Göttergestalten Jrj (Tun) und Sedjem (Hören) erweitert. Letztere treten als als Gehilfen des göttlichen Schreibers Thot zuerst in den Tempeln Sethos I. und Ramses II. in Abydos auf. Sie haben am allgemeinen Götterkult teil, ohne jedoch eigene Priester oder eigene Rituale zu haben.


"Die Fähigkeit, die es der Urgottheit erlaubte, zur existierenden Welt zu werden, wurde auch als heqa identifiziert, ein Wort, das oft als "Zauber" übersetzt wird und die nicht greifbare Kraft schöpferischen Vermögens meint, die den Sonnengott und die Menschheit vor den Mächten der Finsternis schützt. Zu Heqa gesellen sich zwei weitere Kräfte, die die Schöpfung und alles Handeln erst möglich machen, nämlich Sia, die "Erkentnis", und Hu, der "Ausspruch", beziehungsweise die weise Vorraussicht und das schöpfungskräftige Wort, die es gestatten, Pläne zunächst zu formulieren und dann umzusetzen."
(S.Quirke)

Sia ist also die Personifikation der Erkenntnis und des Verstandes. Allerdings besteht Sia nicht ausschließlich in Verbindung mit Hu (der Verkörperung des Wortes). Ist Hu in erster Linie an den Schöpfergott gebunden, so umfasst Sia einen weitaus größeren Bereich, die Weisheit und die Erkenntnis gehört generell zum Wesen einer Gottheit. Darum können auch andere Götter mit Sia in Beziehung gesetzt werden, wenn es sich darum handelt, Zeugnis für ihre Weisheit abzulegen. Dies betrifft außerordentlich oft den Gott Thot, gerade er ist ja ohnehin der Herr des Wissens. Dazu fehlt es auch nicht an Bezugspunkten. Als Thot dem Himmelsherren in dessen Barke als Wesir Vortrag hält, steht Sia zu seiner Rechten und hält das Gottesbuch (Pyr. 267) So rücken beide Götter zusammen.
In griechisch-römischer Zeit ist dann Sia zu einer Bezeichnung für Thot geworden.


Quelle:
Bonnet, Hans: Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Berlin - New York 2000, S. 715
Wilkinson, Richard: Die Welt der Götter im Alten Ägypten, Stuttgart 2003, S. 130

Eingestellt durch: semataui (08.07.2003)
Bearbeitet durch:  manetho (11.01.2004), semataui (13.09.2004)


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