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  Viehzählung
Die Viehsteuer war eine der wichtigsten Steuern in Ägypten. Aus den erhaltengebliebenen antiken Steuerlisten lässt sich ersehen, dass es einen reichen Tierbestand gab. Daher wurde alle zwei Jahre eine Viehzählung durchgeführt. Da diese zu einem Stichtag stattfand, hat sie gleichzeitig einen kalendarischen Wert. Bevor man begann, mit Regierungsjahren der Herrscher zu rechnen, wurde im Alten Reich nach der Viehzählung datiert.
Im Jahr 2900 v.u.Z. ergab eine Viehzählung beispielsweise 400.000 Stück Grossvieh und 1,4 Millionen Stück Kleinvieh.

Zumindest bis zum Ende des Alten Reiches fand diese Viehzählung jeweils einmal in zwei Jahren statt und bildete dadurch die Grundlage der offiziellen Datierung. In letzter Zeit mehren sich jedoch Zweifel an dieser Theorie. Aufgrund einiger Angaben scheint es nämlich, als sei es häufiger zur Viehzählung gekommen als alle zwei Jahre. Damit wird die Rekonstruktion der Chronologie des Alten Reiches konplizierter.

Im Grab des Kanzlers Meketre (Nr. 120) südlich von Deir el-Bahari ist unter anderen Modellen auch eines der Viehzählung erhalten geblieben, dass sich im Ägyptischen Museum in Kairo befindet (Höhe 55,5 cm. Breite 72 cm, Länge 173 cm). Die Vorführung des Viehs besticht durch ihre wirklichkeitsnahe Darstellungsweise: im Hof eines Landhauses treiben Hirten ihre Herden scheckiger Rinder voran, während sich der Vorsteher der Rinderherden vor seinem Herrn verbeugt. Dieser sitzt bequem unter einem Portikus von vier Lotusbündelsäulen, zusammen mit seinem Sohn und vier Schreibern, die die Zählung der Tiere durchführen. Aufseher mit Stöcken überwachen schweigend die Szene und drohen mit Prügel, falls auch nur ein Tier der Herde fehlen solle.



Quelle:
Verner, M., Die Pyramiden. Hamburg 1998
u.a.

Eingestellt durch: Taharqa (21.07.2003)
Bearbeitet durch:  manetho (15.01.2004), Iufaa (14.04.2005)


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