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Chepresch
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  Blaue Krone
Sie wird auch häufig als Chepresch-Krone bezeichnet. Oft wird sie als Kriegshelm bezeichnet, der vorwiegend durch den König getragen wurde bzw. als zum König gehörig definiert. Allerdings ist dies nicht ganz korrekt.

Ihr Ursprung liegt in der Zweiten Zwischenzeit, in voll ausgebildeter Form taucht sie im Neuen Reich auf. In dieser Zeit erscheint eine einfache abgerundete Kappe sowohl an Königsfiguren als auch als Determinativ für die Kronenbezeichnung Chepresch. Rundplastisch tritt sie in der frühen 18. Dynastie noch selten auf und wird erst unter Amenophis III. häufig. Seit der Dritten Zwischenzeit wird sie wieder seltener, in der25. Dynastie fehlt sie dann.

Bei Königinnen tritt sie nur bei nicht identifizierbaren Königinnen der Amarna-Zeit auf (dazu M.Müller, A&E 1988, IV-91, Zur blauen Krone des Königs). Ab einem nicht genauer bestimmbaren Zeitpunkt, etwa in der Spätzeit, können die nackten Kindergötter, wie Harpokrates oder Harsiese, ebenfalls eine Blaue Krone tragen, hier oft gemeinsam mit ihrer Jugendlocke (dazu Schoske/Wildung).

Die Blaue Krone ist eine haubenartige Kopfbedeckung, die mit einem Knick den Kopf umschließt, d.h. sich von Schläfe zu Schläfe um das Hinterhaupt herum zieht. Sie dürfte sich aus der Kappenkrone entwickelt haben. Manchmal scheint sie mit Goldringen verziert oder mit einem Falken mit ausgebreiteten Flügeln. Das Material könnte Metall sein. Es ist auf Grund der Abbildungen zu vermuten, dass analog der Machart der Weissen Krone der Abschluß des Kronenbauches durch eine Art weichen Lappen gebildet wird, der vorn die Stirn umschließt, durch eine Rundung das Ohr freilässt und einfasst und dann bis in den Nacken verläuft. Eine Abart dieser Krone könnte die bereits erwähnte Blaue Frauenkrone der Amarnazeit sein. Gesichert ist sie hier allerdings nur für die Königin Nofretete, möglich ist aber ebenfalls, dass sie auch von anderen weiblichen Mitgliedern des Königshauses getragen wurde.

     
Abb. 1

     
Abb. 2

     
Abb. 3

     
Abb. 4

     
Abb. 5
     
Abb. 6

     
Abb. 7


Echnaton mit Blauer Krone im Amarna-Stil (National Geographic Magazine)

Aus der Ptolemäerzeit stammt ein Bronzehohlguß einer solchen Krone, der wie folgt beschrieben wird:
"Besonders aufwendig gearbeitete Götterfiguren erhielten separat gearbeitete Kronen, die möglicherweise je nach kultischen Anlaß ausgewechselt werden konnten. Diese Blaue Krone [ehem. Sammlung Hewett, London; Sammlung Sonneberg, New York, veröffentlicht Sotheby's Auktionskatalog 1979 u. 1985] ist aufgrund des an der rechten Seite ansetzenden Zopfes der Statue eines Kindgottes zuzuweisen. Der untere Rand der niederen, gedrungenen Krone ist durch eine umlaufende Ritzlinie als glattes Band abgesetzt; der gesamte Kronenkörper ist gleichmäßigvon kleinen Kreisen bedeckt. Der Leib der sich von der Stirn aufbäumenden Uräusschlange ist zunächst in eine querliegende Achter-Schleife gelegt und läuft in einer leichten Wellenlinie über den Scheitel zum Hinterkopf. Auf der Rückseite der Krone erscheint in Ritzzeichnung ein Falke, dessen Schwingen schräg nach unten gespreizt sind, also den Hinterkopf schützend umfangen; ein Motiv, das sich vom Neuen Reich an auch im Nacken von Königsköpfen findet und letztlich auf den rundplastischen Falken des Chepren zurückzuführen ist. Der Körper des Falken ist als schlichtes Oval wiedergegeben, der nach rechts blickende Kopf trägt eine Sonnenscheibe." [Schoske/Wildung, a.a.O. 32]

weiterführende Literatur: W.V. Davies, The Origin of the Blue Crown, in JEA 68, 1982, 69-76, mit Belegliste


Quelle:
S. Schoske / D.Wildung, Gott und Götter
Siliotti / Leblanc, Nefertari
Abubakr, Untersuchungen über altägyptische Kronen

Eingestellt durch: manetho (11.09.2003)
Bearbeitet durch: -


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