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  Hamadab
Antike Stadt im Nordsudan zwischen drittem und viertem Katarakt, unweit des Gebel Barkal, ca. 400 km nördlich Kharthoum Längengrad zwischen 32° 00´ 22´´ Ost und 32° 05´ 16´´ Ost and Breitengrad zwischen 17° 51´ 00´´ Nord und 18° 21´ 00´´ Nord

Die 2000 Jahre alte Stadtsiedlung von Hamadab ist der Nachbarort von Meroe-City, der Hauptstadt des Nordsudan in den Jahrhunderten um die Zeitenwende. Spektakulär war im letzten Jahr die Freilegung eines ihrer Stadtteile auf 2000 Quadratmetern. Im Februar 2003 wurden Reste ihrer Stadtmauer gefunden. Oberflächensondagen lieferten Hinweise auf die Form und Ausdehnung der Stadt.

Archäologiestudenten der Berliner Humboldt-Universität und der Universität Shendi im Nordsudan erforschen gemeinsam die Ruinen des antiken Hamadab. Projektleiter Dr. Pawel Wolf ist sehr optimistisch, dass die Ausgrabungen eine Fülle von wertvollen Funden und Erkenntnissen über das Leben in dieser Stadt vor zwei Jahrtausenden zutage bringen wird: "Schon die Oberflächensondagen lieferten interessante Funde", so Wolf. "Die Baureste sind bemerkenswert gut erhalten und der Ort ist archäologisch fast unberührt. Hamadab ist eine erstklassige Chance, eine antike afrikanische Stadt nahezu vollständig rekonstruieren zu können."

Die Ausgrabungen werden maßgeblich durch das vom BMBF geförderte Projekt "Antikes Niltal VR", der Berliner Art+Com AG, des Deutschen Archäologischen Instituts und der ixl-AG unterstützt. Dabei wird ein neuartiges, 3D-basiertes Echtzeit-VR-Dokumentationssystem in Verbindung mit GIS und Datenbanken entwickelt.

Besonders in der Gegend des vierten Katarktes ist derzeit eine erhöhte Grabungstätigkeit erforderlich. Der Grund hierfürr liegt in der projektierten Errichtung eines Staudammes bei Hamadab, der zur nachhaltigen Verbesserung der regional unterentwickelten Infrastruktur beitragen soll. Die Überflutung des Niltales auf eine Länge von 170 Kilometer und der unwiederbringliche Verlust der hier befindlichen archäologischen Relikte führte 1991 zur Gründung des multidisziplinär zusammengesetzten "Hamadab Dam Research Council" in Khartoum, um die Koordination der Feldforschung zu gewährleisten. Wiederholte Hilfsersuchen an die internationale archäologische Gemeinschaft nach dem Vorbild der UNESCO-Kampagne zur Rettung der nubischen Altertümer (1960) blieben jedoch bislang weitgehend ohne Resonanz.



Quelle:
Zeitschrift für klassische Archäologie 15 / VI / 2000

Eingestellt durch: manetho (24.09.2003)
Bearbeitet durch: -


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