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  Zweite Zwischenzeit
Als Zweite Zwischenzeit (um 1.794 - 1.532 v. Chr.) wird die Periode zwischen dem Mittleren und Neuen Reich bezeichnet. Die Reihenfolge der in ihr regierende Könige, die Abfolge der einzelnen Dynastien und selbst die Abgrenzung der Zweiten Zwischenzeit zu dem Mittleren Reich sind in der Forschung stark umstritten.
Hauptquelle für Unterteilung der Epoche in verschiedene Dynastien ist --> Manetho, dessen erhaltene Abschriften sich aber in wichtigen Punkten widersprechen. Das --> Turiner Königspapyrus ist besonders wertvoll für die Reihenfolge der Könige der 13. Dynastie. Für die nachfolgenden Dynastien wirft das Papyrus, vor allem da es sehr fragmentarisch ist, grosse Probleme auf.
Die Zweite Zwischenzeit (bei Mitberechnung der 13. Dynastie) mag grob in zwei Perioden unterteilt werden. Die erste Hälfte steht noch deutlich in der Tradition des Mittleren Reiches, während in ihrer zweiten Hälfte asiatische Könige ( --> Hyksos) vom Delta aus Teile Ägyptens regierten. Gleichzeitig herrschten in Theben ägyptische Könige, die am Ende der Zweiten Zwischenzeit die Hyksos aus dem Land vertrieben.

13. Dynastie: Diese Dynastie, zumindest ihre erste Hälfte, wird von einigen Autoren noch dem Mittleren Reich zugeordnet, während andere sie schon der Zweiten Zwischenzeit zuschlagen. Das Auschlag gebende Argument ist die Frage, ob Ägypten in der 13. Dynastie noch als Gesamtstaat bestand, oder ob Teile des Landes sich selbstständig gemacht hatten. Es steht immerhin ausser Zweifel, dass die Herrscher dieser Dynastie noch in der Tradition der 12. Dynastie regierten und auch die Kultur des Landes steht noch in der Tradition der 12. Dynastie.

Die 13. Dynastie besteht aus einer grossen Anzahl kurz regierender Könige, deren Abfolge im Turiner Königspapyrus relativ gut zu verfolgen ist.  Nur an wenigen Stellen gibt es Probleme mit der Einordnung von Herrschern. Die Dynastie hat mit den länger regierenden Herrschern --> Neferhotep I. und --> Sobekhotep IV. noch eine kleine Spätblüte. König --> Meneferre Aya ist der letzte, der in Ober- und Unterägypten bezeugt ist. Nach ihm scheint das Land endgültig in mindestens zwei Teile zerfallen zu sein. Das Ende der Dynastie ist umstritten. Es gibt eine grosse Anzahl von Herrschern, die nur in Oberägypten bezeugt sind und wohl noch in der Tradition des Mittleren Reiches regierten. Sie wurden bisher der späten 13. Dynastie zugeordnet, mögen aber auch der 16. Dynastie angehören.

Die Könige (nach dem Turiner Königspapyrus):

Kolumne VII


Kolumne VIII
  • --> Chahotepre
  • --> Wahibre Ibjau
  • --> Merneferre
  • --> Seanchensewaddj
  • --> Mersechemre Ini
  • --> Sewadjkare
  • --> Merkaure Sobekhotep

    - 5 Namen verloren -

    ...rre
  • --> Mercheperre
  • Merkare
  • ...
  • ...dj...re
  • ...ms
  • ...maat Ibi
  • ...webenre
  • ...kare
  • ...qenre ( --> Seheqenre Seanchptahi?)
  • ...re
  • ...enre ( --> Senebmiu Sewahenre ?)

    14. Dynastie: Sie wird bei Manetho als aus Xois kommend bezeichnet. Es scheint sich um eine Dynastie von Kleinkönigen zu handeln, die im Delta eventuell gleichzeitig mit der 13. Dynastie regiert haben. Im Turiner Königspaprus erscheinen diese Herrscher wohl in Kolumne 6. Nur zwei der dort genannten Herrscher sind auf zeitgenössischen Monumenten mit Sicherheit bezeugt.

    die Könige(nach dem Turiner Königspapyrus):

    Kolumne IX
  • --> Nehesy
  • Chatire
  • Nebefaure
  • Sehebre
  • --> Merdjefare
  • Sewadjkare
  • nebdjefare
  • Webenre
  • ...
  • ...djefare
  • ...webenre
  • Auibre
  • Heribre
  • Nebsenre
  • ...
  • ...
  • Sechepenre
  • Djedchereure
  • Seanchibre
  • Nefertum...re
  • Sechem...re
  • Kakemure
  • Neferibre
  • I...re
  • Chakare
  • Aakare
  • Smenener Hapu
  • Djedkare
  • ...kare Babnum
  • ...
  • ...

    Kolumne X

    - sechs Namen verloren -
  • Senefer...re
  • Men...re
  • Djed...re
  • - drei Namen verloren -
  • Inek...
  • A...
  • Ap...

    - 5 Namen verloren -

    15. Dynastie: Es handelt sich um die Dynastie der sog. Hyksos, die für ca. 100 Jahre vom Delta aus Teile von Ägypten beherrschten. Die Art ihrer Machtübernahme und die Art ihrer Herrschaft sind noch immer stark umstritten. Ihre Hauptstadt war Avaris. Bei Manetho werden sechs Herrscher aufgeführt, doch sind nur einer von ihnen mit Sicherheit in zeitgenössischen Quellen identifiziert ( --> Apophis).

    die Könige (nur die sicher belegten):
  • --> Sakir-Har
  • --> Chajan
  • --> Apophis
  • --> Chamudi

    bei Manetho (nach Africanus) genannte Herrscher:
  • --> Saites
  • --> Bnon
  • --> Pachnan
  • Staan
  • Archles
  • Aphophis

    bei Manetho (nach Josephus) genannte Herrscher:
  • Salitis
  • Beon
  • Apachnan
  • Aphophis
  • Iannas
  • Assis

    Von diesen bei Manetho genannten Herrscher ist nur Aphophis mit Sicherheit mit einem zeitgenössisch belegten Herrscher identifizierbar. Iannas/Staan mag mit Chajan identisch sein.

    Im Turiner Königspapyrus erscheinen die Hyksosherrscher am Ende von Kolumne X. Nur der Name Chamudi ist erhalten. Daneben sind von einigen Herrscher (Name verloren) die Regierungsjahrangaben erhalten.

    16. Dynastie: Es gibt von Manetho ausgehend zwei verschiedenen Benennungen dieser Dynastie. Africanus bezeichnet sie als Vasallenherrscher der Hyksos, Eusebius dagegen führt sie als thebanisch auf. Vor allem in den letzten Jahren setzt sich immer mehr die Auffassung durch, dass es sich bei der 16. Dynastie um thebanische Herrscher handelt, die noch in der Tradition des Mittleren Reiches regierten, aber zeitgenössisch mit den Hyksos herrschten. In diese Dynastie fallen dann viele Könige, die man bisher der späten 13. Dynastie und der 17. Dynastie zurechnete. Eine endgültige Entscheidung zu dieser Dynastie scheint bis jetzt nicht möglich.

    die Könige (nur die sicher belegten, Reihenfolge sehr unsicher):
  • --> Thot
  • --> Sechemresewesertau Sobekhotep
  • --> Neferhotep Iychernofret
  • --> Montuhotepi
  • --> Nebirirau
  • --> Semenre
  • --> Seweserenre Bebianch
  • --> Dedumose Djedhotepre
  • --> Dedumose Djedneferre
  • --> Montemsaf
  • --> Montuhotep Meranchre
  • --> Senusret Seneferibre

    Die Namen im Turiner Königspapyrus:

    Kolumne XI
  • ...sechemre
  • ...sechemre
  • S...sechemre
  • Seanchre
  • Nebirirau ( --> Nebirirau)
  • Nebirirau
  • Semenre ( --> Semenre)
  • Seweserenre ( --> Seweserenre Bebianch)
  • Sechemschedwasetre

    - 6 Namen verloren -
  • ...userre
  • ...userre

    - 8 Namen verloren -
  • ...habre
  • ...
  • ...
  • ...
  • ...enre
  • ...enre


    17. Dynastie; es handelt sich um thebanische Könige deren letzte Herrscher, die Hyksos aus Ägypten vertrieben. Die Abgrenzung zur 16. Dynastie ist im Detail unsicher.

    die Könige (nur die sicher belegten, Reihenfolge sehr unsicher):
  • --> Rahotep
  • --> Sobekemsaf Sechemraschedtaui
  • Intef Sechemrewepmaat
  • --> Intef Nubcheperre
  • --> Intef Sechemrehermaat
  • --> Sobekemsaf Sechemrawadjchau
  • --> Senachtenra
  • --> Seqenenre Thot-aa
  • --> Kamose

    Folgende Könige können nicht genauer in die Zweite Zwischenzeit eingeordnet werden:

    nur von Siegeln bekannt:
  • --> Yakbim Sechaenre
  • --> Yaammu Nubweserre
  • --> Qareh Chaweserre
  • --> Ammu Aahotepre
  • --> Scheschi Maaibre

    eventuel 13. oder 16. Dynastie:

  • --> Ameny Qemau
  • --> Hotep-ib-Rê Qemau-sa-Horenherjotef
  • --> Nerikare
  • --> Horus Djedcheperu
  • --> Sebkay
  • --> Sobekhotep Merhetepre
  • --> Ini Merschepesre
  • --> Neferhotep Mersechemre
  • --> Senebmiu Sewahenre
  • --> ...s Sechaenre
  • --> Seheqenre Seanchptahi
  • --> Montuser

    ganz unsicher in der Datierung, wohl eher in die Mitte:
  • --> Upuautemsaf
  • --> Pantjeni
  • --> Senaaib

    Literatur:

    J. von Beckerath, Untersuchungen zur politischen Geschichte der Zweiten Zwischenzeit in Ägypten, Glücksstadt 1964 (trotz des Alters immernoch das Standardwerk zur Epoche; besonders die Beleglisten sind unschlagbar, da die Belege der Herrscher in Hieroglyphen wiedergegeben werden)

    K.S.B. Ryholt, The Political Situation in Egypt during the Second Intermediate Period, Copenhagen 1997 (sehr umstrittenes Werk zu der Epoche, die Beleglisten sind umfangreicher als bei Beckerath, doch nicht in Hieroglyphen (oder Umschrift) wiedergegeben und daher nur beschränkt tauglich; die historischen Schlussfolgerungen sind mit grosser Vorsicht zu bewerten. Die Neubearbeitung des Turiner Königspapyrus ist ein besonderer Verdienst des Werkes)


    Eingestellt durch: Udimu (07.03.2005)
    Bearbeitet durch:  Udimu (23.06.2005)


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