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  Schlangensteine

Seit dem Alten Reich (AR) sind die als "Schlangensteine" snwt(j) bezeichnete Stelenpaare in Texten belegt, wobei allerdings die Belege für snwt(j) und "Schlangenstein-Haus" snwt nicht klar zu trennen sind. Diese Stelenpaare stehen mit den Reichsheiligtümern pr-wr, pr-nw in enger Beziehung und können sogar an deren Stelle treten.
Diese Stelen waren der Form nach hochrechteckig, oben gerundet, verjüngten sich gelegentlich nach unten, und hatten einen Basisblock. Oft auch keulenförmig trugen die Stelen meistens keine Inschriften und keine Abbildungen, bisweilen zeigten sie aber auch eine Schlange, die mit aHa bezeichnet wurde.
Erhalten ist lediglich ein einziges Exemplar as der Zeit des Amenhotep III. (gefunden in Arthribis). Möglicherweise sind auch unbeschriftete Stelenpaar bei diversen Pyramiden (z.B. Saqqara; Meidum, beim Sonnenheiligtum des Ni-user-Re), vor Privatgräber der AR, etc. auch als Schlangensteine anzusehen.
Die Schlangensteine werden als Instrumente der Belebung und Erneuerung des Königtums aus den Kräften der Erde interpretiert, besonders beim Sedfest des Königs. Der Titel eines smsw snwt(j), der mehrfach für das AR belegt ist, deutet auf einen eigenen Kult. In ptolemäischer Zeit ist das "Aufstellen der snwt(j)" ein festes Ritual. Eine apotropäischer Wirkung des Schlangensteine ist wohl eine sekundäre Assoziation.


In diesen Kontext passen wohlmöglich auch zwei wieder verwendete Steine, auf die Udium hinwies. Die Steine wurden von einer ägyptische Expedition unter Leitung von Z. Hawass im Totentempel der Königin Iput I. aus der 6. Dynastie gefunden. Beide Steine fügten sich zu einem inkompletten Türpfosten zusammen, dessen oberer Teil den Horus-Namen Djosers (Netjeri-khet) trug.
Hier interessieren jedoch möglicherweise die Seitenpaneele. Das obere der Paneele ist oben stelenartig gerundet, das untere rechteckig. Beide Paneele sind mit einer sich wellenförmig windenden Schlange dekoriert, beide Schlangen züngeln mit gespaltener Zunge. Die Darstellungen sollen wohl jeweils eine Schlange darstellen, die sich langsam über Sand bewegt. Die Bedeutung der Schlangen wird dadurch hervorgehoben, dass das erhabene Relief, in dem sie aus dem Stein herausgearbeitet wurden, höher ist, als die Frontseiten mit den Namen des Djoser. Die beiden Blöcke könnten zu einem Heb Sed-Hof oder von einem nicht mehr bekannten Taltempel Djosers gehören.
 
Abb. Aus: Hawass, Z., Egyptian Art in the Age of the Pyramids. New York 1999





Quelle:
nach Wildung, D. in: Lexikon der Ägyptologie, Bd. V. Wiesbaden 1975-86, Sp. 655

Eingestellt durch: Iufaa (10.08.2005)
Bearbeitet durch: -


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