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  Saff-Grab
Das Saff-Grab hat seinen Namen vom arabischen Begriff „Saff“ für Reihe und leitet sich von den in einer Reihe stehenden Pfeilern am Grabeingang ab. Zu Deutsch sind es demnach Pfeilergräber.
Es handelt sich um eine lokal und zeitlich begrenzte Grabform des thebanischen Raumes in der 1. Zwischenzeit und der frühen 11. Dynastie. Ausserhalb von Theben finden wir Grabanlagen dieses Typus lediglich in Erment (Grab 1214), Gebelein (Grab des Iti) und Dendera (Grab 750).
In Theben findet man diese Grabform im Friedhof el-Tarif und auch in Schech Abd el-Gurna.

Die Königsgräber von el-Tarif  waren von mindestens 250 Privatgräber umgeben und deutlich größer dimensioniert. So beträgt die Ausdehnung des Hofes vom Saff el-Dawaba 300m x 54m. Die Königsgräber besassen scheinbar auch Talbauten. So hatte das Saff el-Kisasija einen taltempelähnlichen Ziegelbau in dem die sog. Hundestele Antef II. stand.

Das ursprüngliche Saff-Grab besteht aus einem langen, in den sanft ansteigenden Felsen geschnittenen, Vorhof. In der Rückseite (Westwand) befindet sich, meist mittig, der Eingang in das Grab. Diesem Eingang ist eine einfache oder doppelte Pfeilerreihe mit bis zu 12 Pfeilern (bei den Privatgräbern) in einfacher Reihung (MMA 1120) vorgelagert. Der obere Abschluß war häufig eine Grabkegelreihe. Die --> Grabkegel der 11. Dynastie waren noch unverziert. Spätere tragen Siegelabdrücke mit Namen des Grabinhabers.
Ein kurzer Korridor führt in die niedrige, quadratische Kultkammer. Diese hatte ursprünglich einen, später 2 Pfeiler (der 2-Pfeilerraum kommt bereits in den AR-Gräbern Thebens vor).  In allen größeren thebanischen Gräbern des MR ist in der Kultkammer eine Ka-Statue vorhanden gewesen, vor der der Totenkult vollzogen werden konnte. Von der Kultkammer geht ein Gang oder Schacht zur Grabkammer ab.


nach: LÄ V. sv Saff-Grab

Familienangehörige können rechts und links der Kultkammer des Grabinhabers mit eigenen Kult- und Grabkammern bestattet werden.
An den Seitenwänden des Hofes sind  bei größeren Anlagen die Kammergräber des Hofstaates/der Angestellten eingearbeitet.

Die Saff-Gräber werden von sog. Korridorgräbern abgelöst. Diese verzichten auf die Pfeilerreihe vor dem Grabeingang und haben an dieser Stelle eine glatte Grabfassade. Zahlreiche Korridorgräber findet man am Nordabhang des Talkessels von Deir el-Bahri.
Die Sitte der Saff-Gräber lebt am Beginn der 18. Dynastie wieder auf. Ein Beispiel wäre TT 71, das obere Grab des Senenmut. Zum Teil wurden alte Gräber usurpiert.

Die frühen Saff-Gräber waren undekoriert, lediglich weiß geputzt und mit Stelen versehen. Ab Antef III. erhalten sie dekorierte Wandverkleidungen und ab Mentuhotep Nebhepetre


Quelle:
LÄ V, Sp. 349-59 sv Saff-Grab
Arnold, Dieter: Lexikon der ägyptischen Baukunst, Düsseldorf 2000, S. 217
Arnold, Dieter: Gräber des Alten und Mittleren Reiches in El-Tarif, Mainz 1976
Arnold, Dieter: Das Grab des Jnj-jtj.f. Die Architektur, Mainz 1971, S. 36-39

Eingestellt durch: naunakhte (14.02.2006)
Bearbeitet durch: -


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