Ägyptologie Forum Guten Morgen Gast, hier einloggen oder registrieren.
13.12.2017 um 02:47:16


HomeÜbersichtHilfeSuchenLoginRegistrierenKalenderLexikonChat



A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | NEU
(2826 Begriffe im Lexikon)
Suchen | Filter | Abkürzungen | Neuer Begriff

« vorheriger Begriff | nächster Begriff »
  Widder (Zoologie)
Im Bereich der religiösen Vorstellungen dürften seit der Frühzeit in Ägypten die Böcke dreier Schafsrassen eine Rolle gespielt haben, von denen 2 aus Afrika und eine aus Asien stammte. Zoologisch sind die Tiere wie folgt klassifiziert: Ordnung: Artiodactyla (Paarhufer); Familie: Bovidae (Horntiere); Stamm: Ovis (Schafe).
Werth (in: ZE 73, 1941 (1944; zitiert nach LÄ) unterscheidet dabei folgende Rassen:

- Ovis longipes paleoaegyptiacus (= "Khnum-Widder"), ein afrikanisches langbeiniges, langschwänziges Tier, bei dem die schraubenförmig gedrehten Hörner seitlich waagerecht vom Kopf  abstehen; die Böcke tragen eine ausgeprägte Schultermähne;



Der "Khnum-Widder" ist für Ägypten von der Frühzeit bis ins MR belegt, er verschwindet offensichtlich während der 18. Dynastie.


- Ovis aries paleoatlanticus (= "Amun-Widder", Fezzanschaf), ein afrikanisches Schaf, dessen Hörner am Kopf anliegend um das Ohr herum gedreht sind, so dass die Hornspitzen nach vorn zeigen; die Böcke tragen eine ausgeprägte Schultermähne; die Tiere haben keinen Fettschwanz. Dieser "Amun-Widder" findet sich prähistorisch auf Felsbildern in der Sahara, dann in der Kerma-Kultur als Tieropfer bei Bestattungen. In Ägypten ist diese Rasse zu Beginn des MR (in der 12. Dynastie?) nachweisbar (Newberry, Beni Hasan I.; Grab Nr.3, Tafel 30; zusammen mit dem Khnum-Widder).
Die folgende Abbildung eines Amin-Widders mit Löwenleib ( --> Criosphinx; Karnak, Prozessionsweg zum Luxor-Tempel) verdeutlicht die Biegung der Hörner.


- Vollbild -


- Ovis aries platyura aegyptiaca (= "sekundärer Amun-Widder"), ein asiatisches Wollschaf, taucht nach dem LÄ vermutlich erst in der Spätzeit in Ägypten auf; die Hörner dieser Rasse liegen ebenfalls am Kopf an und sind auch um das Ohr herum gedreht, so dass die Hornspitzen nach vorn zeigen; keine Schultermähne; die Tiere entwickeln einen unterschiedlich ausgeprägten Fettschwanz, der vermutlich der Grund für ihre landwirtschaftliche Bevorzugung war.




Quelle:
Behrens, P., in: Lexikon der Ägyptologie, Bd. VI. Wiesbaden 1975-86, Sp. 1243
Newberry, P.E., Beni Hasan I., London 1893

Eingestellt durch: Iufaa (13.06.2006)
Bearbeitet durch: -




Powered by YaBB