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Verlauf:
Ra-mose (Schreiber, 19. Dyn, TT7, TT212, TT250)
Amun (Gott)
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  Amun-Min
Die Bezeichnung "Amun-Min" wird in der ägyptologischen Umgangssprache, aber auch in der Literatur, im Zusammenhang mit ithyphallischen Darstellungen des --> Amun, der synkretistische Aspekte des Gottes --> Min übernommen hat, verwendet. Die Häufigkeit, mit der die Bezeichnung "Amun-Min" verwendet wird, ist aber offensichtlich umgekehrt proportional zu der Häufigkeit, mit der sich die Bezeichnung inschriftlich nachweisen lässt.
Eine synkretistische Verbindung des Amun, der den Gott Min in sich aufnimmt, ist im Götterlexikon von Leitz (Bd. I S. 317; siehe Abb. unten) in der Schreibweise "Amun-Min" lediglich 6x belegt. Diese 6 Nennungen (auf insgesamt 4 verschiedenen Quellen) sind in ihrer Lesung zum Teil unsicher, zum Teil gehören sie in die griech.-röm. Zeit.

In den thebanischen Tempeln handelt es sich bei den ithyphallisch dargestellten Gottheiten stets um Darstellungen, die entweder durch Beischriften eindeutig als Amun-[plus Gott oder Aspekt eines Gottes] oder vice versa eindeutig als Min-[Amun-…] gekennzeichnet sind oder nicht eindeutig identifiziert werden können, da die Beischrift fehlt.
"Min-Amun-[Ra-……]" (wie er in Theben durchaus häufig in Beischriften belegt ist) bezeichnet einen Min, der einige der Aspekte des Gottes Amun aufgenommenen hat. Der Hauptaspekt ist weiterhin der des Min.
Geht man von der Reihenfolge der Götterbezeichnungen/-aspekte in den Beischriften aus, so ist diese offensichtlich bewusst gewählt und betont die Rolle des zuerst genannten Gott, der Aspekte der anschließend aufgeführten Gottheiten in sich aufnimmt und dadurch seine eigene Bedeutung verstärkt.

Festzuhalten bleibt, Amun in Theben hat mit Beginn seines Auftauchens am Anfang des MR neben seiner anthropomorphen Gestalt auch eine Darstellungsform angenommen, die deutliche Bezüge zu Min hat. Die Darstellung des ithyphallischen Gottes mit erhobenem Arm und Geißel, die hinter ihm stehenden Lattichpflanzen - alles stammt aus der Symbolik des Min. Darüber hinaus kann der ithyphallische Amun-[Ra-….] den Gott Min-[….] offensichtlich "gleichberechtigt vertreten", wie sich anhand seines Auftauchens im Min-Fest (z.B. in Medinet Habu) nachweisen lässt.

Eventuell geht der saloppe Sprachgebrauch einen in Theben abgebildeten ithyphallischen Gott als "Amun-Min" zu bezeichnen auf frühe Vorstellungen in der Ägyptologie zurück. Eine Zeitlang sah man Amun lediglich als lokal thebanische Form des Min.
Eventuell handelt es sich aber auch nur um eine Kurzform für "Amun in der Gestalt des Min".

In Beischriften ist "Amun-Min" in Theben bisher nicht belegt.


- Vollbild -



Eingestellt durch: Iufaa (28.05.2007)
Bearbeitet durch: -




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