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  Mutemwija (Gemahlin Thutmosis IV.)
Mutemwija ("Mut in der Barke") Gemahlin --> Thutmosis IV. und Mutter seines Nachfolgers --> Amenhotep III. ist nach Bryan lediglich von Monumenten aus der Regierungszeit ihres Sohnes bekannt und kann daher nicht als "Große Königliche Gemahlin" Thutmosis IV. angesehen werden. Wenn sie mit dem entsprechenden Titel aufgeführt, so haben diese keine Bedeutung für die Regierungszeit Thutmosis IV, der in dieser Zeit neben seiner Mutter --> Tiaa, die den Titel ebenfalls führt, zwei Gemahlinnen mit diesem Titel anerkennt (Nefertiry und --> Iaret).

Die Herkunft der Mutemwija ist unbekannt. Es gab Versuche, sie mit einer mitannischen Prinzessin (Erman), mit der rätselhaften Großen Kgl. Gemahlin Iaret (Petrie), mit einer Tochter --> Amenhotep II. (Pridik, 1932), und schließlich in jüngster Zeit als Mitglied der Familie des --> Yuja und der Tuya (z.B. Aldred) zu identifizieren.
Die Vermutung Ermans, dass Mutemwija mit der mitannischen Prinzessin identisch ist, die der Großvater des mitannischen Königs Tushratta, Artatama, Thutmosis IV. auf dessen mehrfache Werbung gesendet hat, wurde schon von Pridik (1924) aus chronologischen Gründen abgelehnt.
Die Vermutung einer Verbindung mit der Familie Yujas und Tuyas aus --> Achmin wird jedoch durch keine Belege unterstützt, sondern beruht lediglich darauf, dass Amenhotep III. deren Tochter Teje in den ersten Jahren seiner Herrschaft heiratete, als Mutemwija wohl noch als Regentin fungierte.

Somit ist das einzig gesicherte Faktum, dass Mutemwija mit Thutmosis IV. einen Sohn zeugte, der später den Thron bestieg. Ganz offensichtlich hatte sie während der Herrschaft Thutmosis IV. keine bedeutende Funktion inne, denn sie taucht nirgendwo auf seinen Denkmälern auf - man muss wohl davon ausgehen, dass sie eine unbedeutende Nebenfrau war.

Das schönste erhaltene Monument der Mutemwija ist das Granitmodell einer heiligen Barke, in der eine Statue der Königin als Darstellung der Göttin Mut sitzt. Das im Sanktuar von Karnak gefundene Modell ist fast vollständig erhalten und befindet sich heute im Britischen Museum (BM EA 43). Die Inschrift (siehe auch Urk. IV, 1772), zu der auch eine Kartusche Amenhotep III. gehört, verbindet Mutemwija, die die Titel "Große Königliche Gemahlin, Gottesmutter" trägt, mit der Göttin --> Mut.


- Vollbild -

Foto: Brit. Museum London, EA43, Material Granodiorit, Länge: ca. 215 cm

Im Luxor-Tempel taucht Mutemwija natürlich in der Geburtslegende Amenhotep III. auf, wobei sie in den Szenen die Titel "Herrin der Beiden Länder, Königsmutter" trägt. Im Raum XX (Porter&Moss II) erscheint sie als "Königsmutter" hinter Amenhotep III., der hes-Vasen an Amun und Mut überreicht. Das Relief ist jedoch zerstört und wurde unter Haremhab im Stile der Zeit restauriert.

Vermutlich aus dem Totentempel von Thutmosis IV. oder Amenhotep III. stammt der Unterteil einer schwarzen Granitstatue, die sich heute in der Nähe des Ramesseums befindet. Die jetzt noch ca. 80 cm hohe Sitzstatue trägt beiderseits der Beine identische Inschriften, die die "Königsmutter, Große Königliche Gemahlin, Herrin der Beiden Länder, Mutemwija nennen.

In Kom el-Hettan wird neben der Gemahlin Amenhotep III., Teje, auch die Königsmutter, Große Gemahlin des Königs, Mutemwija als kleine Gestalt bei beiden Memnons-Kolossen dargestellt.

In Privatgrab TT226 in Qurna wird Mutemwija hinter Amenhotep III. sitzend in einem Kiosk dargestellt, vor ihnen opfernd der (unbekannte) Grabinhaber, ein königlicher Schreiber, Aufseher der Ammen. Eine Datierung der Grablege und damit der Szene war bisher nicht möglich.
In einem Graffito in Aswan werden ebenfalls Amenhotep III. und die Königsmutter Mutemwija (nach Habachi, in Schott, Festschrift) in einer Art Kiosk dargestellt (dieses Graffito ist bisher ebenfalls nicht datierbar).

Unbekannter Herkunft ist ein Lotus-förmiger Salblöffel, der in einem Griff mit Entenkopf endet. Der Salblöffel, heute im Louvre (E 3671) nennt die "Große Königliche Gemahlin, Gottesmutter" Mutemwija.


- Vollbild -

Foto: Louvre, Material Holz, Länge 20 cm



Quelle:
Aldred, C., Echnaton, 1968
Bryan, B. M., The reign of Thutmosis IV. Baltimore, The John Hopkins University Press, 1991
Erman, A., ZÄS 28, 1890
Petrie, W.F., A History of Egypt II. London 1924
Pridik, A., Wer war Mut-em-wija? Untersuchungen zur Geschichte d. 18. Dynastie. Dorpat 1932
Pridik, A., Mut-em-wija, die Mutter Amenhotep III. Dorpat, 1924 (aus: Acta et commentationes Universitatis Dorpatensis. Bd. 5)

Eingestellt durch: Iufaa (14.06.2008)
Bearbeitet durch: -


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