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  Bigga (Ort)
Bigga (auch Bigge, Bigeh oder Bigue) ist eine Nilinsel im 1. Katarakt, westlich der Insel --> Philae. Der Sage nach fand --> Isis hier den Kopf ihres Brudergatten --> Osiris, so dass auf der Insel ein --> Abaton verehrt wurde.


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Bigga - von Agilkia aus gesehen (Dez. 2007)
Foto: nauna


Auf Bigga fanden sich Statuenfragmente aus dem Mittleren Reich, Felsinschriften der 18. Dynastie sowie die Reste eines ehemaligen Tempels. Diese bestehen aus Teilen der von Ptolemaios XII. errichteten Vorhalle und dem Tor eines unter Augustus datierten --> Pylons.
Der Tempel war Isis und Osiris geweiht. Die Tempel auf Philae und Bigga bildeten eine kultische Einheit. Innerhalb dieser lag der Tempel auf dem Prozessionsweg von Philae zum Abaton auf Bigga.


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Zeichnung von David Roberts, 1838
Reste des Tempels der Isis und des Osiris auf Bigga.


Soweit bekannt verließ die Prozession Philae durch das Hadrianstor auf der Westseite der Insel und nutzte den Wasserweg zum genau gegenüberliegenden Bigga. Dort betrat sie die Insel durch diesen Stationstempel, bevor die Prozession auf dem Landwege weiter zum Abaton zog.


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Zeichnung von David Roberts, 1838
Reste des Tempels auf Bigga mit Bezug zum Philae-Tempel.


Durch die Verlegung der Tempelanlage von Philae auf die Insel Agilkia (früher eine Erhebung im Norden der Insel Bigga - heute eine selbständige Insel) im Nordwesten der Insel Philae gelegen, zeigt sich dieser Prozessionsweg heute nicht mehr. Unter dem Abaton (Osirisgrab) vermutete man die Quellen des Nils.

Ein Rundbogen im Tor, dem erhaltenen Rest des Pylons, zeugt von einer späteren Nutzung des Tempels als Kirche. Zu einem aus hieroglyphischen Inschriften bekannten Tempel der --> Hathor- --> Tefnut fehlen archäologische Nachweise.

Seit der frühen 12. Dynastie galt --> Chnum als Herr der Insel. Er wird mit dem Erstarken des Kultes auf Philae von den Göttern des Osiriskreises zurückgedrängt. In unternubischen Tempeln wird ein Gott mit sog. Kriegshelm als „Pharao von Bigga“ verehrt. Dieser wird als Sohn des Osiris mit Horus gleichgesetzt. Vor ihm werden auf Philae auffallend häufig Menschenopfer dargebracht (Winter, Sp. 792). In einer griech. Felsinschrift auf Sehel wird ein „Gott von Senis (= Bigga)“, Petensenis, genannt. Eventuell handelt es sich um einen vergöttlichten Pharao.


Quelle:
Erich Winter: Bigga in: Lexikon der Ägyptologie Band I, Wiesbaden 1975 Sp. 792-793
Günther Hölbl: Altägypten im Römischen Reich. Der römische Pharao und seine Tempel II. Die Tempel des römischen Nubien, Mainz 2004

Eingestellt durch: naunakhte (24.06.2008)
Bearbeitet durch: -


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