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  Manetho
Trotz des Wertes Manethos für die Studien der Geschichte von altem Ägypten ist nicht viel über ihn bekannt. Selbst sein Name gibt Anlaß zu Diskussionen, man geht aber davon aus, das der Name "Manetho " vom altägyptischen "mniw-htr" kommt, daß bedeutet "Wächter von dem Pferd". Manetho wohnte in Sebennytos im Delta, der Hauptstadt Ägyptens während der 30. Dynastie. Er war ein Hoherpriester von Heliopolis zur Regierungszeit von Ptolemaios I. und von Ptolemaios II und spielte wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Einführung des Serapiskultes in Ägypten 286 v.u.Z.
Manetho verdankt seinen Platz in der Geschichte der Tatsache, daß er die Aegyptiaca, eine Ansammlung von drei Büchern über die Geschichte von altem Ägypten, schrieb. Er wurde dazu von Ptolemaios II. beauftragt, um dessen Bemühungen, die ägyptischen und hellenistichen Kulturen einander näherzubringen, zu unterstützen. Dieses Werk wurde in griechischer Sprache verfasst.
Manetho erhielt dazu Zugriff zu den Archiven der Heiligtümer, in denen er als Priester diente. Solche Archive enthielten eine beträchtliche Anzahl von den unterschiedlichen Arten von Schriften und erstreckten sich im Inhalt von theologischen Traktaten bis zu offiziellen staatlichen Berichten, von magischen Formel bis zu wissenschaftlichen Abhandlungen. Allerdings mischte sich dabei auch reales mit Mythen.
In seiner Aegyptiaca wird durch Manetho erstmals die Geschichte des Landes in Dynastien unterteilt, eine Unterteilung, die im Wesentlichen bis heute Bestand hat. Diese Unterteilung basiert allerdings nicht immer auf historische Tatsachen, sondern zum Teil auch auf nicht gesicherte Überlieferungen, wie sie in der Vergangenheit sicher auch durch die damals Herschenden dargestellt wurden.
Beispielsweise beginnt die 18. Dyn, mit Ahmose (1529 - 1504 v.u.Z.), der ein Bruder von Kamose und damit des letzten Königs der 17. Dyn. war, während der dritte König der 18. Dyn. (Thutmosis I. 1483-1470) mit seinen Vorgängern vermutlich keine verwandtschaftlichen Beziehungen hatte und daher eigentlich gar nicht zu der Dynastie gerechnet werden dürften. Diese etwas eigentümliche Klassifizierung hängt vielleicht damit zusammen, dass er mit Ahmose eine neue Ära des Landes eingeleitet sah.
Gleiches mag für Menes als Begründer der 1. Dyn. gelten. Hier ist die Sachlage unklar. Er wird aber durch seine (vermutliche?) Rolle bei der Vereinigung des Landes als Gründer eines "neuen Hauses" gewertet.

Ein Problem der Arbeit Manethos ist, dass es in griechischer Sprache abgefasst wurde und daher Namen von Pharaonen griechisch umschrieben wurden, was eine klare Identifizierung kompliziert macht. Beispielsweise nennt er Amenhotep dann Amenophis, Amenemhet als Ammenemes oder Senusret als Sesostris, wie es sich dadurch heute eingebürgert hat. Auch ist sein Werk im Original nicht mehr vorhanden. Vielmehr bezieht man sich auf kleinere Fragmente bzw. Überlieferungen und Bearbeitungen von Historikern und Schriftstellern späterer Epochen, wie beispielsweise Flavius Josephus (jüdischer Historiker des 1. Jhh. n.Chr) oder Africanus, Syncellus oder Eusebius. Es ist nicht einmal sicher, ob diesen Historikern noch die originale Arbeit zur Verfügung stand, oder ob sie bereits aus politischen oder religiösen Gründen verändert, geschönt oder verfälscht war.

Wie auch immer: Die dynastischen Listen des Manetho bilden noch heute eine der Grundlagen unserer Kenntnis der Chronologie der ägyptischen Dynastien. Außerdem sind sie neben dem Turiner Königspapyrus unsere einzige Quelle.



Quelle:
www.manetho.de

Eingestellt durch: semataui (04.06.2003)
Bearbeitet durch: -


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