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  Taitet (Göttin)
(TAjt.t)

"die von Tait"
Weberei-Göttin

auch Tayet = Tajet = Tait = Taitet
Tait ist eine alte unterägyptische Stadt, deren Lage heute nicht mehr bestimmt werden kann. Diese Stadt war eines der Zentren der Weberei. Die dort hergestellten Gewebe wurden im Kult auch als "Horusauge, das aus Tait kommt" bezeichnet.
Lokalgöttin war Taitet, die haufig auch nur als Tait bezeichnet wurde.
Unter der Obhut der Göttin stehen die Stoffe und Gewänder, die für die Bekleidung der Götterbilder in den Tempeln verwahrt werden. Außerdem leitet sie deren Darbringung und nimmt auch selbst in Begleitung des Salbengottes Schesmu an den Opferzügen teil.
Auch die Toten hoffen auf Taitet, denn ebenso wie die Gewänder der Götter kommen auch ihre Gewänder und Binden "von den Händen der Taitet". Daher sind sie mit geheimen Kräften "geladen". Diese Segnungen, die davon ausgehen, können der Taitet beinahe den Charakter einer Totengöttin geben.
Diesem Umstand nach wird Taitet sogar teilweise der Göttin des Westens --> Amentet angeglichen, wie ein Denkstein aus dem Neuen Reich es darstellt (Berlin Inv. 1052). Indem sie aber den Toten umhüllt wie eine Mutter, nähert sie sich aber auch der --> Isis an, die ihren --> Horus umsorgt. Damit allerdings ergibt sich ebenfalls eine Verbindung zu --> Hathor, in der man auch die Taitet sieht und in griechischer Zeit sogar deren Namen gibt. Allerdings spielen dabei auch andere Faktoren eine gewichtige Rolle. So werden mit den Gewändern der Taitet nicht nur Götter gekleidet, sondern auch der König. Dadurch aber wird Taitet ebenfalls zu einer Schutzgottheit des Herrschers und in dieser Eigenschaft fließt sie mit dem Diadem der Uräusschlange zusammen, die in Gebeten unter anderem auch den Namen der Taitet erhält. Durch diesen Zusammenhang nähert sie sich ebenfalls --> Uto an. Dies wird zudem noch durch ein Wortspiel begünstigt, denn Tait ist das "grüne", also das heilbringende Horusauge, und Uto "die Grüne".


Quelle:
Bonnet, H., Reallexikon der ägyptischen Religionsgeschichte, Berlin, New York 2000

Eingestellt durch: manetho - E-Mail (19.11.2004)
Bearbeitet durch:  manetho (19.11.2004), naunakhte (14.04.2005)


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