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Verlauf:
Haremhab (König,18. Dynastie)
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  Tut-anch-Amun (König, 18. Dyn.)
weitere Namen:-
Kartusche:-
Tätigkeit: 12. Herrscher der 18. Dynastie
Titulatur:-    
Thronname:Herr an Gestalten, ein Rê (Neb-cheperu-Rê)
Geburtsname:Tut'ankh-Aton ("Lebendiges Abbild des Aton"); nach Amarna geändert auf Tut-ankh-Amun
Goldname:Der die Kronen erhebt, der die Götter zufrieden stellt
auch: Der die Kronen seines Vaters Rê erhebt
auch: Besitzer der Maat, der die Götter zufrieden stellt
auch: Der die Kronen erhebt, der die beiden Länder in [möglicherweise hier: Gerechtigkeit o.ä.] verbindet
Horusname:Starker Stier, mit vollkommener Geburt
Nebtiname:Mit vollkommenen Gesetzen , der die beiden Länder beruhigt
auch: Mit vollkommenen Gesetzen, der die Götter zufrieden stellt
auch: Mit vollkommenen Gesetzen, der Allherr
auch: Der Große des Palastes des Amun
Eigenname:Tut'anchamun, heqa iwnw shema ("Lebendiges Abbild des Amun, Herrscher über das oberägyptische Heliopolis")
Epoche:Neues Reich
Zeit:1319–1309 bzw. 1332-1323 v.u.Z.
Königsgemahlin:Anchesenpaaton / Anchesenamun
Verwandtschaft:möglicherweise Halbbruder: Semench-ka-Rê
Eltern:nach den jüngsten Untersuchungen an Mumien im Auftrage der Ägyptischen Altertumsbehörde kommen als Vater der Mann aus KV55 und als Mutter die "Younger Lady" aus KV35 in Betracht (Zahi Hawass et al. im Journal der American Medical Association (JAMA), Vol. 303 (7), vom 17. Febr. 2010)
Grab:Tal der Könige, Theben-West, KV 62
     
     

Nach dem Tode Amenhotep IV. (Echnaton) wird Tut'anchamun vermutlich unter dem Einfluss des Generals Aya als etwa 10 jähriger Prinz Tut'anchaton zum Pharao gekrönt. Sein Thronname lautete Neb-cheperu-Rê. Er wird mit Anchesenpaaton, der vermutlich der 3. Tochter Echnatons, die möglicherweise seine Schwester oder Halbschwester war, vermählt.

Unter dem Druck der Priesterschaft wird der von Echnaton zur Staatsreligion erhobene Atonkult wieder abgeschafft, aber nicht verboten und Tut'anchaton ändert vermutlich im §. Reegierungsjahr (Beckerath, Chronologie) seinen Namen in Tut'anchamun ("Lebendes Bild des Amun"). Seine Gemahlin ändert ihren Namen in Anchesenamun ("Sie lebt für Amun"). Die damalige neu erbaute Hauptstadt Achet-Aton wird im zweiten Regierungsjahr als Residenz aufgegeben; der Königshof zieht zunächst nach Memphis um, nicht nach Theben.

Die Regierungsgeschäfte werden wahrscheinlich hauptsächlich von Aya geführt, während Haremhab versucht, die Grenzen des Reiches erneut zu festigen.

Bei TutanchAmun ist zunächst durch die Wahl des Horusnamens k3-nxt twt-mswt erkennbar, dass ein historischer Neuanfang signalisiert werden soll; denn twt-mswt geht auf den Nebtinamen Ahmoses I. zurück. Der Nebtiname ist aus zwei Teilen zusammengesetzt und ahmt deutlich Amenophis III. nach: dessen smn-hpw, sgrH-t3.wj wird lediglich leicht in ein nfr-hpw, sgrH-t3.wj verändert; dabei ist -nfr- natürlich ein Wort, das gerade in den Titulaturen der Zeit Echnatons eine große Rolle gespielt hatte. Der Goldname, wTz-xa.w, sHtp-ntr.w, lehnt sich im ersten Teil deutlich an den Goldnamen Echnatons an (wTz-rn-n-Itn bzw. zuvor ebenfalls wTz-xa.w m Iwnw). Dagegen scheint der Zusatz sHtp-ntr.w neu zu sein, eventuell eine Anspielung auf das politische Programm, das für TutanchAmuns Regierung vorgesehen war.

Die ersten drei Namen der Titulaturen verraten somit durch ihren Aufbau einerseits den Willen, einen Neuanfang zu unternehmen, und andererseits die Absicht, eine neutrale Haltung zwischen der alten religiösen Linie (Amenophis III.) und der jüngeren religiösen Linie Echnatons einzunehmen. Letzteres zeigt auch der Thronname Nb-xpr.w-Ra, der nichts anderes darstellt als eine Kombination der Thronnamen von Amenophis III. und Echnaton, nämlich Nb-M3a.t-Ra und Nfr-xpr.w-Ra. Selbst der Entschluss, parallel (!) zwei Geburtsnamen zu führen, nämlich einerseits Twt-anx-Itn und andererseits Twt-anx-Imn unterstreicht diesen Willen zur religiösen Neutralität des Königs zwischen den beiden politischen Lagern (wobei der häufige Zusatz Hq3-Iwnw-Smaj zur Amun-Form des Namens wohl den Namenszusatz Hq3-w3s.t von Amenophis III. in verschlüsselter Form aufgreift; der Bezug auf Theben selbst ist durch eine Bezeichnung ersetzt, die einen stärkeren - aber noch neutralen - Bezug zum Re-Kult aufweist als die direkte Anspielung auf den direkter mit Amun verbundenen Begriff w3s.t.


Der Tod des Königs kam plötzlich und unerwartet, denn er wird vermutlich zunächst in einer nichtköniglichen Gruft im Tal der Könige bestattet, erst später in einem kleinen, nicht für eine königliche Bestattung vorgesehenen Grab (KV62) im Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige) durch seinen Nachfolger Eje II. beigesetzt.

Über das Sterbealter wird unter den Ägyptologen heftig diskutiert: Derry, Harrison, Leek, Germer u. a. geben ihm eine Lebenszeit von ca. 18 Jahren. Gabolde, Wente und Harris halten die Mumie für die eines 23 bis 27 Jahre alten Mannes.

Das Grab entging der völligen Plünderung, da der Eingang mit Abraum vom Aushub des Grabes Ramses' VI. verschüttet war. Möglicherweise haben dennoch zwei Einbrüche in das Grab stattgefunden.

Als Howard Carter 1922 das Grab im Tal der Könige entdeckte, war dies eine der größten Sensationen der Ägyptologie, da das Grab relativ unversehrt war, wie bei der Graböffnung am 17. Februar 1923 feststellt wurde. Seit dieser Zeit begann man sich näher mit diesem an sich nicht sehr bedeutenden Pharao zu befassen. Nicht nur der sogenannte "Fluch des Pharao" löste bei vielen wohliges Gruseln aus, auch die Theorien über den frühen Tod geistern immer wieder durch alle Medien und helfen so mancher Zeitung, manchem Schriftsteller, aber leider auch manchem Ägyptologen über eine "Saure-Gurken-Zeit" hinweg und bleiben dadurch immer wieder im Gespräch.

Die Mumie des jungen Königs ist seit ihrer Entdeckung Gegenstand recht kontroverser Spekulationen, die sich um das frühe Ableben drehen. Immer wieder hartnäckig halten sich die Mordtheorien. Daher, besonders aber, weil neue wissenschaftliche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, entschloss man sich zu einer neuerlichen Untersuchung der Mumie.

Der am 05. Januar 2005 in Luxor durchgeführte CT-Scan sollte Klarheit schaffen. 1700 Einzelaufnahmen entstanden während der 15-minütigen Prozedur, die nach Meinung der beteiligten Mediziner und Altertumsforscher eine ganze Reihe von Fragen beantworten könnten.




Die dreidimensionale Röntgenuntersuchung an Tutanchamuns Mumie ergab keine Beweise, die eine Mordtheorie unterstützen würden. Einige Mitglieder des Untersuchungsteams meinten, er könne vielleicht an einer Wundinfektion gestorben sein, andere wiederum, die "Verletzung" sei erst später durch Archäologen verursacht worden. Das alles geht aus einem fünfseitigen Bericht der Wissenschaftler hervor.

"Wir wissen nicht, wie der König starb, aber wir sind sicher, dass es kein Mord war. Vielleicht starb er eines natürlichen Todes". sagte Zahi Hawass, Chef des SCA, "Der Fall ist abgeschlossen. Wir sollten den König nun nicht mehr stören."

Im Untersuchungsbericht ist die Rede davon, dass einige, nicht alle, der acht Mitglieder des Wissenschaftlerteams vorschlagen, Tutanchamun könne einen schweren Unfall gehabt haben, bei dem er sich einen schweren offenen Oberschenkelbruch zuzog, der sich möglicherweise infiziert hat. "Obwohl der Bruch selbst nicht lebensbedrohlich gewesen sein wird, könnte es eine Infektion gegeben haben", sagt der Bericht, die Befürworter dieser Theorie zitierend. Die Theoriegegner widersprechen.

Es wurde laut Bericht auch kein Schlag auf den Hinterkopf o. ä. nachgewiesen.

Die Wissenschaftler, die an dem CT-Scan beteiligt waren, kamen am 3. und 4. März 2005 zusammen, um die Ergebnisse zu besprechen. Sie waren sich in fast allen Punkten einig.

Zusammenfassung:

Zustand der Mumie

Die Mumie des Pharao ist in einer sehr schlechten Verfassung, hauptsächlich wegen der Zerstörungen, die durch Carters Mannschaft erfolgten. Der Körper ist in Einzelteile zerlegt; obere und untere Glieder sind abgetrennt. Viele Teile, die ursprünglich noch vorhanden waren, werden vermisst, obwohl im Sand einzelne lose Fragmente auszumachen sind. Knochen und Haut sind an vielen Stellen gebrochen. Die Arme des Königs, ursprünglich über der Brust gekreuzt, liegen nun an den Seiten.

Sterbealter
Tutanchamun war ungefähr 19 Jahre alt, als er starb. Die Aussage basiert auf folgenden Beobachtungen und auf modernen Entwicklungstabellen:
Die Verbindung der Epiphysen (Teile der Knochen, die für das Wachstum bis zu einem bestimmtem Alter verantwortlich sind) deuten nach den modernen Tabellen eine Entwicklung eines jungen Mannes von 18 bis 20 Jahren an.
Alle Schädelnähte sind noch mindestens teilweise geöffnet.
Die Weisheitszähne sind nicht vollständig durchgebrochen. Einer von ihnen (oben links) ist eingewachsen und dort zeigt sich eine geringfügige Dünnwandigkeit zur oberen Nebenhöhle. Dieses war nicht lebensbedrohend und es gibt keine Anzeichen von Infektion.

Allgemeiner Gesundheitszustand
Nach seinen Knochen zu urteilen, war der König im Allgemeinen von guter Gesundheit (seine inneren Organe befinden sich - wie bei ägyptischen Mumien üblich - nicht mehr im Körper und wurden folglich nicht analysiert). Es gibt keine Zeichen von Unterernährung oder von ansteckender Krankheit während der Kindheit. Seine Zähne sind in ausgezeichnetem Zustand, und er scheint gut ernährt und behandelt worden zu sein.

Größe im Leben
Tutanchamun war ungefähr 170 Zentimeter groß, wie von den Abmessungen des Schienbeins extrapoliert wurde. Er war von zartem Körperbau.

Schädelform
Tutanchamun hatte einen länglichen (dolichozephalen) Schädel. Die Schädelnähte sind nicht frühzeitig zusammengefügt. Demnach liegt wahrscheinlich eine normale anthropologische Veränderung vor, keine pathologische.

Gaumenspalte und Überbiß
Der König hatte eine kleine Spalte im Gaumen, jedoch keine Hasenscharte oder andere Gesichtsdeformationen. Seine unteren Zähne sind ein wenig falsch ausgerichtet. Er hat große vordere Schneidezähne und den Überbiß, der auch für andere Könige seiner Familie charakteristisch ist (die Linie der Tuthmosiden)

Skoliose
Es gibt einen geringfügigen Knick im Rückgrat, jedoch stimmen die Wissenschaftler darin überein, dass dieses nicht eine pathologische Skoliose ist, da es keine Verdrehung und keine dazugehörige Deformation der Wirbel gibt. Es ist am wahrscheinlichsten, dass der Knick durch die Positionierung beim Balsamieren verursacht wurde.

Gehirnextraktion
Die nasalen Scheidewände wurden durch die Balsamierter zerstört und das Gehirn wurde durch die Nase extrahiert.

Einbalsamieren des Kopfes

Wahrscheinlichste Verfahrensweise

Alle Wissenschaftler stimmen zu, basierend auf den mit unterschiedlicher Dichte erscheinenden Materialien und der Weise, in denen die Einbalsamierungsflüssigkeiten (jetzt vollständig verfestigt) erscheinen, dass verschiedene Arten dieser Flüssigkeiten mehrmals durch die Nase in den Schädelraum eingeführt wurden. Anfangs lag der Körper auf seiner Rückseite und die Einbalsamierungsflüssigkeit lief an der Rückseite des Schädels zusammen. Später wurde der Kopf irgendwie angekippt und die Einbalsamierungsflüssigkeit lief am oberen Schädel zusammen.

Mögliche andere Verfahrensweise
Ein Teil des Teams sieht einen anderen Weg, durch den die Einbalsamierungsflüssigkeit in den unteren Schädelraum gelangte, nämlich durch die hintere Schädelhöhle. In diesem Bereich gibt es zwei Schichten verfestigten Materials mit einer anderen Dichte als im oberen Bereich. Der oberste Wirbel und die große Öffnung an der Unterseite des Schädels sind zerbrochen. Dies könnte geschehen sein um eine Öffnung zu erhalten, durch die die Einbalsamierungsflüssigkeit ins Innere gegossen wurde, oder aber auch von der Mannschaft Carters verursacht worden sein, als sie den Kopf von der Totenmaske entfernte. Die Meinungen des Teams sind hier geteilt. Ein Teil sieht keinen Beweis für einen Einbalsamierungsweg durch die rückwärtige Schädelöffnung und bleibt bei der Einbalsamierung durch die Nase bei der Beschädigung durch Carter.

Die Mordtheorie
Das gesamte Team stimmt darin überein, dass es am Schädel von Tutanchamun keinen Beweis für den Mord gibt. Es gibt keinen Bereich auf der Rückseite des Schädels, der einen teilweise verheilten Schlag anzeigt. Es gibt zwei Knochenfragmente, die sich lose im Schädel befinden. Diese können nicht von einer Verletzung vor dem Tod herrühren, da sie am Einbalsamierungsmaterial haften. Die Wissenschaftler sehen diese Teile zusammen mit dem zerbrochenen oberen Wirbel und glauben, dass diese entweder während des Einbalsamierungsprozesses oder durch die Mannschaft Carters verursacht wurden.

Gebrochenes Bein?
Das Team hat einen Bruch des linken unteren Oberschenkels, auf dem Niveau der Epiphyse, bemerkt. Dieser Bruch sieht anders aus als die vielen Brüche, die von der Mannschaft Carters verursacht wurden: er hat zackige anstatt scharfer Ränder, und es gibt im Inneren zwei Schichten von Einbalsamierungsmaterial. Ein Teil des Teams sieht darin einen Hinweis, dass dieses nur entweder noch zu Lebzeiten oder während des Einbalsamierungsprozesses geschehen sein und nicht von der Mannschaft Carters verursacht worden sein kann. Sie merken an, dass diese Art von Brüchen, anders als die meisten anderen, bei jungen Männern kurz vor dem 20. Lebensjahr möglich sind und argumentieren, dass ein Bruch zu Lebzeiten am wahrscheinlichsten sei. Es gibt keinen offensichtlichen Beweis für einen Heilungsprozess, wenn auch die Möglichkeit besteht, dass es welche gibt, die jedoch durch das Einbalsamierungsmaterial verdeckt sind. Sollte die Hautwunde noch geöffnet gewesen sein, müsste dieser Bruch nur kurze Zeit, also Tage, vor dem Tod geschehen sein. Carters Team hatte bemerkt, dass die Kniescheibe dieses Beines lose war (sie ist jetzt vollständig abgetrennt und war eigentlich mit der linken Hand eingewickelt gewesen). Mögliche weitere Beschädigungen an diesem Teil des Körpers sind dadurch nicht auszumachen. Der Teil des Teams, der zu dieser Theorie neigt, sieht auch einen Bruch der rechten Kniescheibe und rechten unteren Beines. Darauf basierend schlagen sie vor, dass der König einen Unfall erlitten haben kann, bei dem er sich einen schweren Bruch zuzog mit offener Wunde. Obgleich der Bruch selbst nicht lebensbedrohend gewesen sein würde, könnte sich eine innere Infektion eingestellt haben. Es ist auch möglich, jedoch wenig wahrscheinlich, dass der Bruch durch die Balsamierer verursacht wurde.

Kein gebrochenes Bein?
Ein anderer Teil der Wissenschaftler glaubt, dass das oben beschriebene Szenario absolut nicht möglich ist. Sie bleiben dabei, dass der Bruch nur von der Mannschaft Carters während der Entnahme des Körpers aus dem Sarg verursacht worden sein kann. Sie argumentieren, dass, wenn solch ein Bruch im Leben erlitten worden wäre, vieles für Blutungen oder Hämatome sprechen würde, die im CT-Scan jedoch nicht vorhanden sind. Sie glauben, dass die Einbalsamierungsflüssigkeit von der Mannschaft Carters in den Bruch gedrückt wurde.

Fehlende Rippen und Brustbein
Das Brustbein und ein großer Prozentsatz der vorderen Rippen fehlen, ebenso wie ein großer Teil des vorderen Brustkorbes. Die Enden der fehlenden Rippen sind sauber, offenbar durch ein scharfes Instrument, abgeschnitten. Das Team stimmt darin überein, dass dies kein Trauma gegen den Brustkorb widerspiegeln kann, da ein solches Trauma auch anderweitig im Körper reflektiert worden wäre (besonders an den Wirbeln). Die Meinung unter den Wissenschaftlern ist geteilt, ob die Rippen und das Brustbein nun von den Balsamierern oder von der Mannschaft Carters entfernt wurden. Carter erwähnt nicht, dass die Rippen und das Brustbein fehlten. Auf ersten Fotos aus dieser Zeit sind ein Perlenkragen und eine Perlenkette zu sehen, die den Brustkorb bedecken. Folglich ist es möglicherweise wahrscheinlicher, dass dieser Bereich des Körpers, der jetzt vollständig fehlt, von der Mannschaft Carters entfernt wurde, um die vorhandenen Schmuckstücke zu entnehmen (obwohl er selbst es nicht erwähnt). Weitere Untersuchungen sollen Klarheit in diese Angelegenheit bringen.

Einbalsamierungsprozess
Das Team stellt wegen des Vorhandenseins von mindestens fünf unterschiedlichen Arten von Einbalsamierungsmaterial und des Ablaufes in mehreren Schritten fest, dass die Mumifizierung sehr sorgfältig vorgenommen wurde. Das widerspricht der Argumentation, der König sei sehr hastig und nachlässig mumifiziert worden.

Fehlender Penis
Die Wissenschaftler glauben, dass sie den Penis des Königs, der zu Carter's Zeiten noch präsent war, aber bei der Untersuchung 1968 jedoch nicht mehr aufgefunden wurde, im losen Sand unter dem Körper lokalisiert haben. Es gibt dort auch viele weitere Fragmente, die zu anderen fehlenden Teilen (z.B. einem Daumen) gehören könnten.

Aus dem Englischen übersetzt nach guardians.net (via EEF); teilweise modifiziert



Quelle:
Beckerath, J. von., Handbuch der ägyptischen Königsname, Mainz 1999
Schneider, Th., Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002
Beckerath, J. von, Chronologie des Chronologie des pharaonischen Ägypten : Die Zeitbestimmung der ägyptischen Geschichte von der Vorzeit bis 332 v. Chr., Mainz 1997
N. Dautzenberg, Die Wahl der königlichen Namen im Verlauf der ägyptischen Geschichte
Zahi Hawass et al. im Journal der American Medical Association (JAMA), Vol. 303 (7), vom 17. Febr. 2010

Eingestellt durch: manetho (22.03.2005)
Bearbeitet durch:  manetho (22.03.2005), Iufaa (14.04.2005)




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