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Persea
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  Isched-Baum
Heiliger jSd-Baum im Bereich des Sonnentempels von --> Heliopolis, vermutlich ein Perseabaum.
In einer MR-Version des Kapitels 17 des Totenbuches wird der jSd-Baum als der heliopolitanische Baum erwähnt, der sich in der Nacht des Kampfes gegen die Feinde des Re spaltete.

In der 18. Dynastie beginnen die Beziehungen zum Königtum. Seit Thutmosis I. wird der jSd-Baum öfters als "heilig" bezeichnet. Die bildlichen Darstellungen tauchen erst unter Thutmosis III auf. Trotz zahlreicher Variationen ist der Hauptgedanke stets derselbe: durch das Aufschreiben des Königsnamens auf den jSd-Baum bzw. dessen Blätter wird dem Herrscher eine lange glückliche Regierungszeit gewährt.
Auf den Darstellungen tritt als Schreiber meist Thot, daneben auch Seschat, Atum oder Amun auf. Auch andere Götter (Re-Horachti,Ptah, Sachmet) können dabei sein.
In den jSd-Bildern wird vermutlich kein tatsächlich abgespieltes Ritual sondern vielmehr ein Wunder dargestellt. Als Beleg für das Wunder der Götter wird die Inschrift des Ramses IV herangezogen, in der berichtet wird, dass der König seinen Namen auf goldenen Blättern des jSd-Baumes auffand.

Ursprünglich gab es wohl nur einen jSd-Baum im Obeliskenhaus in Heliopolis, später wird auch von einem memphitischen und einem in Edfu berichtet. Im späten Totenglauben eignen sich die Untertanen königliche Privilegien an - in diesem Falle die Hoffnung, dass die Annalen des Verstorbenen unter dem jSd-Baum von Thot festgesetzt werden.

Als Baum der Sonnenstadt nahm der jSd-Baum auch kosmische Züge an und findet sich daher auf beiden Seiten der Darstellung der Welt in der Wabet-Kapelle in Dendera.  

Der heilige jSd-Baum steht auch neben Re, am Horizont der Ewigkeit, und auf ihm verweilt der Ba des Osiris.

Die folgende Abbildung stammt aus dem Barkenschrein des Thutmosis III im kleinen Tempel des Amun in Medinet Habu und zeigt, wie der rechts sitzende Gott Amun (nicht im Bild) den Name des Thutmosis auf die Blätter des Isched-Baumes schreibt. Die Hand Amuns mit dem Schreibpinsel ist rechts noch zu erkennen.




Quelle:
mod. nach LÄ III, Sp. 182ff

Eingestellt durch: manetho (27.05.2003)
Bearbeitet durch:  Iufaa (13.04.2005)


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