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  Aegis
Seit ältester Zeit trugen Männer und Frauen gern einen breiten, aus mehreren Perlenschnüren gearbeiteten Halsschmuck, der tief auf die Brust hinabreichte. Sie bezeichneten ihn als "das weite" [Halsband], wir bezeichnen es als Halskragen.
Dieser Kragen leitet sich nach Bonnet auf die Götterköpfe zurück, die man über einem die Brust andeutenden Kragen auf Götterstäbe wie auf Vorder- und Hintersteven der Götterbarken aufsetzte. Danach wäre sie ein Götterbild, der Kragen nur ein Zusatz. Nicht nur in ihrem Äußeren, vor allem in ihrer Wertung steht sie dadurch den Kragenamuletten nahe.

Als Halskragen war sie zunächst lediglich ein Zierstück, mit dem der König ihm treu ergebene Beamte oder ein Gutsherr seine Untergebenen belohnte. Allerdings wird er dann mehr und mehr zu einem Schutzsymbol, sichtbar auch durch seine Ausführung. So gibt es Kragen, deren Verschlußstücke als Falkenköpfe gebildet sind oder auch in Form fliegender Geier oder Falken, teilweise auch mit Uräen ornamentiert. Beischriften bezeichnen sie teilweise als "Falken-", "Geier-", "Uräen-" und "Herrinnen-Kragen".
Diese Kragen finden wir in der Totenausstattung, wie sie in den Gerätefriesen der Särge des Mittleren Reiches erscheint bis in die Spätzeit hinein. Die Spätzeit hat sogar einen eigenen Spruch für den "Halskragen von Gold, der am Tage der Beerdigung an den Hals des Verklärten gelegt wird" in das Totenbuch aufgenommen (Kap. 158). Den Toten gab man auch kleine Nachbildungen als Amulett mit.

Worin liegt der Sinn dieser Kragen?
In diesen Kragen umschlingt die Gottheit schützend die Brust des Trägers. Diesen Gedanken verdeutlichen auch die Sprüche, die man im Ritual der Mundöffnung des Toten wie bei der Bekleidung des Götterbildes beim Anlegen des Halskragens rezitiert. Sie erinnern, wie einst Atum seine Arme um Schu und Tefnut breitete, um ihnen den Ka mitzuteilen und sehen in dem Umlegen des Kragens dieses Umfassen durch die göttlichen Arme widerspiegelt.

Neben diesen Kragen gibt es andere, die dadurch gekennzeichnet sind, dass auf ihnen der Kopf eines Gottes oder eines heiligen Tieres aufsitzt. Hierbei überwiegen die Köpfe weiblicher Gottheiten, gelegentlich sind auch Götterpaare wie Onuris und Tefnut anzutreffen. Dies ist aber erst mit dem späten Neuen Reich belegbar, hier wird die Aegis dann aber nicht mehr Mumien beigegeben und diente als Amulett.


Quelle:
Knaurs Kulturführer Ägypten,
Bonnet, H., Reallexikon der ägypt. Religionsgeschichte, Berlin, New York 2000

Eingestellt durch: semataui (10.02.2004)
Bearbeitet durch:  manetho (10.02.2004), Iufaa (10.04.2005)


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