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Tal der Königinnen (Ort)
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  Tal der Könige (Ort)
Das Tal der Könige (arab. Bibân al-Molûk, Biban el-Muluk) ist eine bedeutende altägyptische Nekropole, in der bis heute über 60 Gräber und Gruben aufgefunden wurden.

Es wurden hier vor allem die Könige des Neuen Reichs (18. bis 20. Dynastie) bestattet. Der Ort befindet sich in Theben-West am Wüstenrand, gegenüber von Karnak. Ein pyramidenähnlicher Berg, el-Korn ("Das Horn") genannt, überragt das Tal.

- Vollbild -
(Foto: © semataui.de/Klaus Adams)

John Gardner Wilkinson nummerierte im Jahr 1827 die einzelnen bekannten Gräber, damals waren es 21. Diesen Nummern wurden die Buchstaben KV vorangestellt (für engl.: Kings Valley). Einige Gräber befinden sich in einem westlichen Seitental: hier benutzte man auch die Buchstaben WV für (West Valley), die Ziffern sind jedoch identisch.


Die weitere Vergabe von Grabnummern erfolgte in der Reihenfolge ihrer Entdeckung, wobei das aktuell gefundene Grab KV 63 den -bisherigen- Abschluß bildet.




Historie
Spätestens mit Hatschepsut (18. Dyn) wurde das Tal für die Grabanlagen der Könige genutzt.
Ramses XI (20. Dynastie) war der letzte Pharao, der sein Grab im Tal bauen ließ, es allerdings nicht verwendete. In seiner Zeit waren bereits viele Gräber geplündert worden.

Eine systematische Öffnung der Gräber auf der Suche nach Gold erfolgte schon in der 21. Dynastie, wahrscheinlich von "oberster Stelle" verordnet.
Um die Mumien der Könige zu schützen wurden einige in der 22. Dynastie (unter Scheschonq I) aus ihren Gräbern entfernt und in anderen Gräbern versteckt.
Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurden offenstehende Gräber von den ersten Christen als Kapelle benutzt.
1708 besuchte Pater Claude Sicard das Tal und deutete es richtig als Begräbnisstätte der Könige. Die nächsten Besucher waren Richard Pococke (1739), James Bruce (1768) und William George Brown (1792), sie lokalisierten etwa 20 Gräber.
Mit Napoleons Expedition nach Ägypten begann die systematische Suche und die Öffnung von Gräbern durch Giovanni Belzoni, John Gardner Wilkinson, James Burton, Robert Hay, Carl Richard Lepsius u.a..
Etwa zwischen 1871/75 fanden die Brüder Abd el-Rassul in Deir el-Bahari ein Grab mit 40 Mumien von Mitgliedern ägyptischer Königsfamilien (TT/DB320). Einige Jahre lebte die Familie gut vom Handel mit diesen Antiquitäten, bis man sie schließlich überführen konnte.
Am 9. März 1898 öffnete Victor Loret das Grab des Amenhotep II (KV35) und fand dort ein weiteres Versteck mit königlichen Mumien.
Victor Loret, Harry Burton, Edward Ayrton und Howard Carter gruben weiter erfolgreich im Tal.
Am 4. November 1922 entdeckte Howard Carter im Tal der Könige das noch fast unversehrte Grab des Pharaos Tut-anch-Amûn, die Grabkammer wurde am 17. Februar 1923 geöffnet.
Im Jahr 1995 begann der US-Ägyptologe Kent Weeks mit der Freilegung von KV 5, einer Riesengruft mit über 120 Kammern.
8. Februar 2006: sensationeller Fund einer neuen Grabstätte in der Nähe von KV62 (Tut-anch-Amûn): KV63.  




Quelle:
Reeves, N., Wilkinson, R. H., Tal der Könige: geheimnissvolles Totenreich der Pharaonen. Düsseldorf 1997
Clayton, P.A., Das wiederentdeckte alte Ägypten, Berg. Gladbach 1983

Eingestellt durch: semataui (07.06.2006)
Bearbeitet durch:  semataui (21.08.2008)
Unterstrichene Lexikon-Links wurden automatisch generiert.


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