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(2826 Begriffe im Lexikon)
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1) Selket (Göttin)
Das Symboltier der Göttin Selket ist der Skorpion. Sie erscheint meist in Frauengestalt und trägt einen giftigen Skorpion auf ihrem Haupt. Ihr Name bezeichnet ihre Fähigkeit, "die Kehle atmen zu lassen", beispielsweise nach einem Skorpionstich. Sie war die Schutzgöttin der falkenköpfigen Kanope und zählte zu den vier Gottheiten, die an den königlichen Särgen Wache hielten. Die anderen Gottheiten sind --> Isis, --> Neith und --> Nephthys.


Quelle:
www.manetho.de

Eingestellt durch: semataui (07.07.2003)
Bearbeitet durch:  Apedemak (28.12.2014)


2) Sobek-hotep I Cha-anch-Rê (König, 13. Dyn)
(Thronname: Chaanchre, Horusname: Semataui).

Wenig bekannter König der 13. Dynastie. Verschiedene Reliefs mit seinem Namen stammen aus Abydos, die Basis einer Statue kommt wohl aus Karnak (sie ist Amun-Re gewidmet). Die Länge seiner Regierungszeit ist unbekannt, wird aber kaum sehr lange gewesen sein.

PS vom 07.01.2014:
Via EEF und LuxorTimesMagazin kam die Nachricht, dass das Team der Universität von Pennsylvania das Grab des Sobekhotep gefunden hat, 1. König der 13. Dynastie.



Quelle:
K.S.B. Ryhold, The Political Situaton in Egypt during the Second Intermediate Period, Kopenhagen 1997, 339

Eingestellt durch: Udimu (30.10.2002)
Bearbeitet durch:  semataui (07.01.2014)


3) User-hat (Harimsaufseher, 18. Dyn, TT47)
Wsr-HA.t



Userhat war Aufseher des königlichen Harims zur Zeit des --> Amenhotep III.
Er war Sohn des Richters Neh und einer Senenu, verheiratet mit einer Majay.

Howard Carter hat in "Annales du Service des Antiquités de l`Egypte s. 177-8 (1903)" das Grab des Userhat (TT 47) beschrieben, das in --> el-Chocha (D/5) liegen soll.

Bereits P&M bezeichnet die Lage des Grabes mit "unauffindbar", und auch Kampp konnte es nicht mehr lokalisieren. So wird den heutigen Informationen nur noch Carters Beschreibung zugrunde gelegt, auch der Grundriss basiert auf dieser Beschreibung.

PS vom 07.01.2014
Zwischenzeitlich wurde das Grab lokalisiert. Japanische Archäologen entdeckten sogar bei Aufräumarbeiten unter dem Vorhof von TT 47 ein weiteres, das Grab des obersten Bierbrauers Chonsu-em-heb.

Dieses T-förmige Grab des Chonsu-em-heb, oberster Brauer der Göttin Mut, datiert in die Ramessidenzeit. Nach ersten Berichten der Ausgräber ist das Grab vollständig und farbig dekoriert und zeigt den Grabinhaber und seine Familie vor verschiedenen Gottheiten.

Zeichnung: ©semataui.de/Klaus Adams nach Eigner

Zwei Reihen Kegel mit dem Namen des Grabherrn sind von der Fassade beschrieben.
An Pos. 1., links des Eingangs zum inneren Raum soll es eine Abbildung geben, die den Grabherrn mit Helfern zeigt. Namen und Titel des Grabherrn sind angegeben. Sie opfern Ketten ihrem Herrscher Amenhotep III und der GKG Teje, die in einem Kiosk sitzen. Der Kopf der Teje ist heute in Brüssel, Musee Royale.







Quelle:
Porter, B., Moss, R.L., Topographical bibliography of ancient Egyptian hieroglyphic texts, reliefs, and paintings. Bd.I. - The Theban Necropolis. Oxford 1994
Kampp, F., Die Thebanische Nekropole. Zum Wandel des Grabgedankens von der XVIII. bis zur XX. Dynastie, Mainz 1996, S. 246 ff.

Eingestellt durch: semataui (06.05.2007)
Bearbeitet durch:  semataui (07.01.2014)


4) Nitokris (Königin, 6. Dyn)
um 2.218 - um 2.216 v. Chr.

Nt-jortj

Geburts- oder Eigenname: Neith-aqerti, Neith-iqeret (Nt-jortj) (Turin 4.7)

Die legendäre Königin Nitokris ("Neith ist vortrefflich"), die von der späteren Zeit (Turiner Papyrus, Manetho) an das Ende der 6. Dynastie gesetzt wird, ist zeitgenössisch mit keinem Denkmal bekannt. Ihre geschichtliche Existenz, an der gegenwärtig im allgemeinen festgehalten wird (zuletzt J. v. Beckerath, N. Grimal, J. Vercutter; anders H. Goedicke) kann daher vorläufig nicht untermauert werden.
Als Dauer ihrer Herrschaft gibt Manetho 12 Jahre an und schließt mit ihr die 6. Dynastie ab.

Weder die Königsliste aus Saqqara noch die aus Abydos nennen ihren Namen, ihre Identifizierung mit dem NTrj-kA-Ra (Netjerkare - Abydos A,40) oder Mn-kA-Ra (Menkare-Abydos A,41) ist ausgeschlossen. In der gesamten Abydosliste werden sowieso keine weiblichen Könige aufgeführt.

Lexikon der Pharaonen:
Verschiedentlich wurde versucht, sie mit inschriftlich bezeugten Personen zu identifizieren (mit Königin Neith, der Gemahlin des Pepi II, mit dem König Menkare, mit Netjerikare) um einen historischen Kern der Nitokrislegende zu finden. Namensähnlichkeiten von Menkaure (Mykerinos) mit dem angeblich mit Nitokris identischen Menkare, doch bleibt dies ohne neuere Funde äußerst spekulativ!

Königin Nitokris (nach S. Roth - ÄAT 46)
Die Rekonstruktion einer Regentschaft der Neith (Tochter Pepi I, Gemahlin von Merenre I und Pepi II, Königsmutter des Anch-ka-Rê/Antiemsaf II) für ihren noch unmündigen Brudergemahl Pepi II beruht auf dem wiederholten Versuch, ihre Identifizierung mit einer Königin Nitokris wahrscheinlicher zu machen, die sowohl vom Turiner Papyrus als auch von den Historikern unter den herrschenden Königen am Ende der 6. Dynastie aufgeführt wird.
Allerdings hat wohl diese Person mit der Gemahlin von Pepi II nicht viel mehr gemeinsam als den ersten Bestandteil ihres theophoren Personennamens.

Gleichwohl spielt Nitokris eine wesentliche Rolle bei der Ergänzung einer fragmentarisch erhaltenen Beischrift auf einem Relieffragment aus dem Pyramidentempel der Neith. Darauf erkannte Newberry in einer stark zerstörten Königskatusche den Namen Mn-kA-Raw - den Thronnamen eines Königs der 8. Dynastie, der zeitgenössig durch Rollsiegel belegt ist und auch von der Königsliste in Abydos aufgeführt wird (J. v. Beckerath, Nr. VIII.2).

Dem "Thronnamen der Neith" fehlte allerdings - wie von Newberry selbst angemerkt - der sonst übliche nj-swt-bjt-Titel - ein Umstand, der ein ganz anderes Verständnis der Beischrift nahe legt. Bei dem Namen Nt-jqrtj im Turiner Papyrus handelt es sich wohl um den Geburtsnamen der Königin, obwohl im Papyrus (Fragment 43) ihm der Titel nj-swt-bjt vorangeht.
Die Form des Namens ist weiblich!

Die früher oft geäußerte Vermutung, der Name Nitokris sei aus demjenigen der ersten Herrscher der 8. Dynastie, NTrj-kA-Ra (Abydos, A 40) entstanden, wird durch das Zeugnis des Turiner Papyrus (IV,7: Neit-aqerti) eindeutig wiederlegt.
Also alles in allem ziemlich "nebulös" diese Königin - aber einige Experten neigen doch gegenwärtig zu ihrer geschichtlichen Existenz! (siehe v. Beckerath, Grimal und Vercutter).
Manetho überliefert durch Afrikanus u. Eusebius ein edles Bild von ihr:

Zitat:
"die edelste und lieblichste der Frauen ihrer Zeit, von bräunlicher Hautfarbe, die die erste Pyramide errichtete"
oder
Zitat:
"die edelste und lieblichste Frau ihrer Zeit, blond und rosenwangig, die dritte Pyramide erbaute sie".

(Text: Nefer-Aton, Co-Autor J.H. Pirzer)

Verschiedentlich wird auch versucht hinter dem Namen keine Frau sondern einen Mann zu vermuten.

Insgesamt fehlen für genauere Angaben allerdings die Belege.


Quelle:
von Beckerath, J., Münchner Ägyptologische Studien (MÄS 46 und 49) Mainz 1997/99
Schneider, T., Lexikon der Pharaonen, Düsseldorf 2002
Clayton, P., Die Pharaonen, London 1994

Eingestellt durch: semataui (07.05.2003)
Bearbeitet durch:  Iufaa (14.04.2005), naunakhte (10.05.2005), semataui (10.08.2012)


5) Schoschenq I. (König, 22. Dyn)
um 946 - um 925 v. Chr.
SSo-mrj-Jmn, @D-xpr-Ra stp.n-Ra


- Vollbild -


  • Eigenname: SSo-mrj-Jmn  (Schoschenq meri-Amun)
  • Thronname: @D-xpr-Ra stp.n-Ra  (Hedj-Cheper-Rê setep-en-Rê)
  • Horusname: Kn-mrj-Ra sxaj.f-m-nsw-r-zmA-tAwj (Ken-merj-Rê sechaj-ef-em-nisu r sema-taui)
  • Nebtiname: xaj-m-sxmtj-mj-@r-zA-Ast-sHtp-nTrw-m-MAat (Chaj-em-sechemti-mi-Hor-Sa-Aset sehotep-netjeru em Maat)
  • Goldnamen: sxm-pHtj Hwj-pDt-wr-nxtw-m-tAw-nbw (Sechem-pehti Huj-pedjet wer nechtu-em-tau-nub)
  • auch bekannt als: Scheschonq I, Sesonchis, Sisak (Bibel)

Vater: Namilt
Mutter: Tanit sepeh
Geschwister: ?
Ehefrau: Karama I, Penreschnes
Söhne: Osorkon I, Namilt, Iupet
Töchter: Ta-schep-en-Bastet


Schoschenq I war der erste König der 22. Dynastie. Er war libyscher Abstammung. Er wurde zum ersten Mal in einer langen Inschrift aus Abydos genannt, wo er nur als 'grosser Führer der Meschwesch' unter anderen gleichgestellten erschien.

Schoschenq I schien seine Herrschaft zunächst in Bubastis begonnen zu haben, doch man hat ihn schnell in Tanis, Memphis und Theben als Herrscher anerkannt. Der Übergang von der 21. zur 22. Dynastie scheint friedlich verlaufen zu sein, obwohl es auf einer in das 5. Jahr des Herrschers datierten Stele aus Dachla Andeutungen von Unruhen gibt.

Obwohl Bubastis seine Heimatstadt war, blieb Tanis die Hauptstadt. Schoschenq I versuchte in seiner Herrschaft deutlich an die Pharaonen des Neuen Reiches anzuknüpfen. Er marschierte in Judäa und Israel ein und plünderte Jerusalem (1. König, 14: 25-29, dort als Schischak bezeichnet). Als Ergebnis dieses Feldzuges errichtete er eine Reihe von Festungen an der Meeresküste.

Schoschenq I plazierte an wichtigen Positionen des Landes Familienmitglieder (sein Sohn Iuput als Hohepriester in Theben, der Sohn Namild als 'Führer des gesamten Heeres' in Herakleopolis).

Auch in seiner Bautätigkeit knüpfte der Pharao an das Neue Reich an. Er baute am Amun Tempel in Tanis und in Memphis. Er errichtete einen Tempel in El-Hibeh und erbaute einen grossen Hof am Karnaktempel.


Quelle:
K. A. Kitchen. The Third Intermediate Period in Egypt (1100-650 B.C.). 2nd ed. Warminster 1986, 287-302 § 241-260; zur Lesung des Geburstnamens vgl.: D.D. Luckenbill, Ancient Records of Assyria and Babylonia, Chicago 1927, Bd. 2, S. 293; K.L. Tallquist, Assyrian Personal Names, in: ASSF 43, 1914 sowie Y. Muchiki, Egyptian Proper Names and Loanwords in North-West Semitic, Atlanta 1999, S. 227 (freundliischer Hinweis, Gast. A)
Schneider, Th., Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002
Schipper, B. U., Israel und Ägypten in der Königszeit: Die kulturellen Kontakte von Salomo bis zum Fall Jerusalems. Göttingen 1999

Eingestellt durch: Udimu (04.03.2005)
Bearbeitet durch:  Udimu (04.03.2005), semataui (06.06.2012)


6) Siamun (König, 21. Dyn)
um 979 - um 960 v. Chr.
sA-Jmn, nTr-xpr-Ra stp-n-Jmn



  • Eigenname: sA-Jmn  (Sa-Amun)
  • Thronname: nTr-xpr-Ra stp-n-Jmn  (Netjer-Cheper-Rê setep-en-Amun)
  • Horusname: KA-nAxt-mrj-MAat (Ka-nacht-meri-Maat)
  • Nebtiname: - (-)
  • Goldnamen: - (-)

Vater: Osochor ?
Mutter: -
Geschwister: -
Ehefrau: -
Söhne: -
Töchter: -

Si-Amun hat 19 Jahre regiert. Er ist der erste König, der den Titel Per-Aa (Pharao = großes Haus) führte.

Si-amuns Abstammung ist unsicher, vielleicht war er ein Sohn des Osochor. Er tat sich besonders durch eine rege Bautätigkeit hervor. In Tanis wurde der Amuntempel durch einen vorgelagerten Pfeilerhof erweitert. In seinem Auftrag wurde Amen-em-ope in die Grabanlage des Psusennes I umgebettet, eine ähnliche Maßnahme, wie sie in Theben durch Pi-nodjem II veranlasst wurde (Cachette von Deir el-Bahari).

In Memphis ließ Si-amun durch die Hohepriester des Ptah, Pipi, und den Amunpriester Anch-ef-en-mut einen dem „Amun, Herrn des Lapislazuli“ geweihten Tempel errichten.
Weitere Zeugnisse sind eine Bronzesphinx, ein Block in Chatana, eine Inschriftenzeile auf dem Obelisk des Thutmosis III in Heliopolis, eine weitere Stele (Bestätigung eines Landverkaufs durch Ptahpriester), ein Graffito in Abydos sowie ein Eintrag in den Priesterannalen von Karnak (hier auch Datierung nach Si-amun auf Mumienbinden, dem Amun-Orakel am 10. Pylon, den Dekreten für Henuttaui und Neschons).

Die früher dem Si-Amun zugesprochenen Feldzüge gegen die Philister um die biblischen Herrscher David/Salomo sind durch die Untersuchungen von Bernd U. Schipper jetzt der Zeit des Scheschonq I zuzuweisen.




Quelle:
K. A. Kitchen. The Third Intermediate Period in Egypt (1100-650 B.C.). 2nd ed. Warminster, 1986, 275-283 § 232-236
Schneider, Th., Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002
von Beckerath, J., Handbuch der ägyptischen Königsnamen (1999)

Eingestellt durch: Udimu (01.03.2005)
Bearbeitet durch:  semataui (02.06.2012)


7) Amen-em-ipet (König, 21. Dyn)
um 996/95 - 985/84 v. Chr.

Jmn-m-JpAt
Amenemipet, auch Amenemope, (Manetho: Amenophthis)



  • Eigenname: Jmn-m-JpAt  (Amen-em-ipet)
  • Thronname: wsr-MAat-Ra stp.n-Jmn  (User-Maat-Rê setep en Jmen)
  • Horusname: -
  • Nebtiname: -
  • Goldnamen: -


Vater: Psusennes I
Mutter: Mut-nedjmet
Geschwister: Ramses-Anches-en-Mut, Anch-ef-en-amun, Iset-en-achbit
Ehefrau: -
Söhne: Si-amun ?
Töchter: -

Nachfolger und auch Sohn des Psusennes I und der Mut Nedjemet (NDmt).
Amen-em-ipet ist ein wenig bekannter Herrscher der 21. Dynastie.
Eine zweijährige Mitregentschaft mit seinem Vater ist umstritten.
Nach Manetho soll er 9 Jahre regiert haben, er ist jedoch außenpolitisch nicht belegt.

In Tanis übte er auch die Funktion des Hohepriester des Amun aus.
Man fand von ihm in Giseh Blöcke einer Kapelle und vor allem seine unberaubte Grabstätte.

Zunächst wurde er wohl in Grab IV des Königsfriedhofes von Tanis beigesetzt, jedoch kurze Zeit später in die Grabkammer seiner Mutter umgebettet, die zum Grab des Psusennes I gehört.
Das Verwandschaftsverhältnis zu seinem Nachfolger --> Siamun ist noch ungeklärt.
Pierre Montet konnte bei der Graböffnung am 16. April 1940 seine Mumie bergen. Wie Tut-anch-Amun trug er eine Goldmaske, zwei Halskragen, zwei Pektorale, Armbänder und Ringe. Gold- und Silbergefäße sowie Brustschmuck in Gestalt eines Falken gehörten ebenso zur Grabausstattung.
 


Quelle:
K. A. Kitchen. The Third Intermediate Period in Egypt (1100-650 B.C.). 2nd ed. Warminster 1986, 272-273 § 229
von Beckerath, J. in LÄ, Bd. I, Sp.195, Wiesbaden 1975
Schneider, Th., Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002

Eingestellt durch: Udimu (01.03.2005)
Bearbeitet durch:  semataui (02.06.2012)


8) Pi-nudjem I (Pajnedjem) I (Hohepriester und König, 21. Dyn)
um 1.070 - um 1.032 v. Chr.
PAj-nDm mrj-Jmn, xpr-xAw-Ra



  • Eigenname: PAj-nDm-mrj-Jmn  (Pi-nudjem meri-Amun)
  • Thronname: xpr-xAw-Ra  (Cheper-chau-Rê)
  • Horusname: Kn-mrj-Jmn (Ken meri Amun)
  • Nebtiname: - (-)
  • Goldnamen: - (-)

Vater: Pi-anch
Mutter: Hereret
Geschwister: ?
Ehefrau: Henut-taui, Isis-em-achbet, Ta-net-nabechenu
Söhne: Men-cheper-Rê, Psusennes I, Masaharta, Djed-Chons-juef-anch
Töchter: Maat-ka-Rê, Mut-nedjmet


Pi-nudjem war zunächst Hohepriester des Amun in Theben und General, später auch König (ab 1055 v.Chr. ?) während der 21. Dynastie zur Zeit der unterägyptischen Könige Smendes, Amun-em-nesu und Psusennes I.

Verwandtschaft:

Er war Sohn des Hohepriesters Pi-anch und der Hereret. Der Ehe mit Henuttaui, einer Tochter des Smendes, entstammen die Gottesgemahlin des Amun Maat-ka-Rê, der Hohepriester des Amun von Karnak Men-cheper-Rê sowie vermutlich auch Psusennes I und dessen Gemahlin Mut-nedjmet; der Ehe mit Iset-em-achbit die Hohepriester des Amun Masaharta und Djed-chons-iuef-anch. Als dritte Gemahlin ist eine Ta-net-nabechenu bekannt.

     
Im Jahr 1.054 b.C. übergab er das Amt des Hohepriesters des Amun an seinen Sohn Masaharta.

Machtkämpfe innerhalb der Familie haben ihn wohl veranlasst, seinen Sohn Men-cheper-Rê und andere Familienangehörige in die Oase Charga zu verbannen.

Neben einiger Bautätigkeit in Theben wurde Pi-nodjem I bekannt durch viele Restaurationen und Neubestattungen im Tal der Könige (Ahmose-Sit-ka-mose, Sethi I, Ahmose I, Si-Amun). Als militärischer Kommandant und Statthalter Oberägyptens ist er von der Festung el-Hibe (Bau von Mauern) im Norden bis zur Insel Sehel bei Assuan im Süden bezeugt.
Nach dem Begräbnis seiner Großmutter Nedjtmet, der Gemahlin Herihors, im Jahr 1 des Smendes ließ er Angesichts der zahlreichen Grabräubereien einige Herrscher in das Grab des Amenhotep II umbetten, wo sie dann 1898 aufgefunden wurden.
Pi-nudjems Mumie wurde in der Cachette von Deir el Bahari gefunden (TT 320).      

Nach K. A. Kitchen betrachtete sich Pi-nudjem I ab dem 15. Jahr des Smendes als König, während Jansen-Winkeln ein Königtum neben dem Hohepriesteramt schon für die Jahre zuvor annimmt.



Quelle:
Schneider, Th., Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002
Jansen-Winkeln, K., ZÄS 119 (1992) 22-37
Reeves, N., Valley of the Kings (1990)

Eingestellt durch: manetho (16.09.2004)
Bearbeitet durch:  semataui (17.04.2012)


9) Pi-anch, General, Priester des Amun (21. Dyn)
um 1.082 - um 1.070 v. Chr.
pj-anx war General und Hohepriester des Amun in Theben im Übergang von der 20. zur 21. Dynastie
     
Nach neueren Erkenntnissen (Jansen-Winkeln) war er Vorgänger und Schwiegervater des Herihor und nicht dessen Nachfolger.
Zur Wiederherstellung der Ordnung in Oberägypten (u.a. Grabplünderungen) schickte Ramses XI den Vizekönig von Nubien, Pahnesi, mit einer Armee nach Süden, wo dieser u.a. die Festung von Medinet Habu eroberte und es zu schweren Konflikten mit dem Hohenpriester Amenhotep kam. Auf ein Hilfsgesuch des Amenhotep schickte Ramses XI weitere Truppen unter dem Kommando des Pi-anch gen Süden. Der dadurch auch nach Nordägypten übergreifende Krieg (Zerstörung von Kynopolis) endete nach Jahren mit der Vertreibung Pahnesis aus Ägypten.
Pi-anch übernahm die Ämter des Pahnesi und besass damit im Süden des Landes die Macht, während im Norden Smendes der eigentliche Machthaber war. Nach Kees kann Pi-anch als Exponent einer "als Willen des Amun getarnten Militärdiktatur" gelten.
Seine Gemahlin war eine Hereret, sein Sohn war der spätere oberägyptische Machthaber Pi-nodjem I.


Quelle:
Schneider, Th., Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002
Jansen-Winkeln, K., ZÄS 119 (1992) 22-37

Eingestellt durch: manetho (16.09.2004)
Bearbeitet durch:  semataui (15.04.2012)


10) Sen-nefer (Bürgermeister, 18. Dyn, TT96)
%n-nfr



Sennefer war "Bürgermeister der Südstadt" (d.i. Theben) zur Zeit des --> Amenhotep II und Cousin1 des Wesirs --> Amenemopet. Sein Grab in --> Sheik Abd el-Korna (Nord, 3/I) (TT 96, Champollion Nr. 13, Wilkinson Nr. 34, Hay Nr. 12) ist auch bekannt als „Weingrab“. Die Malereien sind so gut erhalten, dass man es fotografisch reproduziert hat und nun weltweit aufbaut und zeigt.
Bilder hierzu in unserem Fotoalbum ©anubis  

Sennefer ist meist mit seiner Frau Merit dargestellt, die wohl identisch ist mit der Setnai, die seine Partnerin auf einer Statue ist, die man in Karnak fand. Neben seinen Töchtern Mut-Nofret und Mut-Tui wird in seinem Grab eine weitere Frau erwähnt: Set-nefret, möglicherweise eine weiter Ehefrau.
Seine Eltern waren Nu und Henut-iry und sein Onkel, und damit der Vater von Amenemopet war Hu-may und seine Tante Nub[1]. Die unterschiedliche Auslegung, einmal ist Hu-may Vater das andere mal ist dan Nu der Vater, liegt daran das im alten Ägypten nicht Zwischen Vater/Onkel (jt [jtj, tf][2]) bzw. Bruder/Cousin (sn) unterschieden wird. Zahlreiche Fragmente von Vasen mit der Inschrift von Sennefer und Merit wurden im Grab KV 42 im Tal der Könige gefunden. Einige Ägyptologen glauben, dass sie dort bestattet wurden. KV 42 wird allerdings üblicherweise als Grab des Königs Thutmosis II angesehen, der dann wohl doch an anderer Stelle beigesetzt wurde.

Zeichnung: ©semataui.de/Klaus Adams nach P&M

Dekoration:

Querhalle
1. Der Grabherr und seine Frau Setnay opfern Amun-Rê von Karnak.
2. Zwei Register: [Der Grabherr und Setnay]. In eine Unterszene Opferträger und Opfer vor zwei Paaren
3. Stelenreste. An den Seiten drei Register mit Opferszenen.
4. Garten des Amun-Tempels mit Teich, Haus und ein Tor des Amenhotep II. In Unterszenen Reliefreste einer Weinernte und Opferung an --> Renenutet.
5. Der Grabherr mit Blumen und Enten
6. Der Grabherr opfert an Amenhotep II vier Register mit Neujahrsgeschenken, hauptsächlich Statuen des Königs und eine der Königin Meritrê.
7. Der Grabherr und seine [Frau] opfern Osiris-Onnophris.
8. Links Bankett. zwei Register:
I. Der Grabherr und seine Frau mit Katze unter dem Stuhl.
II. Diener und Gäste
9. [Stele], Doppelszene darüber: rechts opfert eine Tochter ihm und Setnay. An den Seiten Reliefreste von Opferträgern und Opferszenen.
10. Zwei Register:
I. Amenhotep II zelebriert das Erntefest
II. Opferträger
An der Decke Opfertexte und die Titel des Sennefer.

Passage
11. Zwei Szenen, vier zerstörte Register mit dem Grabherrn vor Landwirtschaft:
I. Worfeln und Kornlagerung
II. Worfeln und Dreschen von Getreide
III. Tragen der Getreidebündel und Dreschen
IV. Wiegen der Ernte
Aufzeichnen der Erntemenge vor dem Grabherrn und Dienern.
12. Sennefer opfert seinem Bruder --> Amenemopet (TT 29) und seiner Frau ein Bukett.
13. Zwei Register: Der Grabherr empfängt die Waren des Sumpflandes (Deltas) und läßt sie registrieren.
14. Sennefer mit Familie beim Fisch- und Vogelfang
15. Ein Mann opfert Sennefer und Setnay, vier Register Gäste, mit Harfnern.
An der Decke Texte (incl. autobiogr. Text) und die Titel des Grabherrn.

Säulenhalle
16. Zwei Register:
I. Zwei Männer opfert dem Grabherrn und Setneferet
II. Riten vor der Mumie
17. Begräbniszeremonie mit den Resten von zwei Registern, die Priester zeigen, welche Statuengruppen ziehen.
18. Männer tragen die Begräbnisausstattung und Statuetten zu Osiris und Hathor. Sennefer und Setneferet sitzend.
19. Drei Register:
I. Abydospilgerfahrt
II. Gebäude
III. [Der Grabherr und Setnefert]
20. Bemalte Scheintüre
21. Der Grabherr, seine Frau Setnefert, ein Paar, Opfergaben, zwei Reihen sitzende Besucher, Lautenspieler
22. Über der Nische: links opfert der Grabherr seinen Eltern, rechts ein Enkel und Musikanten opfern den Verstorbenen ein Bukett.
23. Über der Nische: Priester mit Musikanten opfern den Verstorbenen links, rechts Priester mit Opferliste und Opfer vor den Eltern.
24. Nische mit Säulen: an den Seiten Reste von Ritualszenen, auf der Rückwand opfert eine Tochter dem Grabherrn.

Pfeiler:
Im oberen Register:
A.
a.) Ein Mann opfert dem Grabherrn ein Bukett.
b.) Ein Mann opfert dem Grabherrn.
c.) Ein Mädchen opfert dem Grabherrn Speise.
B.
a.) Ein Mädchen opfert dem Grabherrn ein Bukett.
b.) Ein Mädchen opfert dem Grabherrn Kerzen.
c.) Ein Mann opfert dem Grabherrn.
d.) Ein Mann opfert dem Grabherrn Salben
C.
a.) Eine Frau opfert dem Grabherrn.
c.) Eine Frau opfert dem Grabherrn Speise.
d.) Ein Mädchen opfert dem Grabherrn Speise.
D.
a.) Ein Mädchen opfert dem Grabherrn Schmuck.
c.) Ein Mädchen opfert dem Grabherrn Kleidung.
d.) Ein Mann opfert dem Grabherrn ein Bukett.

Im unteren Register der Pfeiler ist die Dekoration stark zerstört:
A.
a.) Texte
b.) und c.) Der Grabherr und seine Frau
B.
a.) b.) d.) Titel
c.) ein Mann
C.
a.) c.) und d.) Titel
D
a.) Titel
b.) und c.) jeweils der Grabherr und seine Frau
An der Decke die Titel des Grabherrn als Haushofmeister des Amenhotep I und als Leiter des Festes für Thutmosis I.

Funde, wahrscheinlich von hier:
Block mit einer Doppelszene, der Grabherr vor Osiris und Anubis (Florenz 7637)
Vier Modellkrüge mit den Titeln des Grabherrn und seiner Frau, sowie eine Vase (New York M.M.A. 32.2.2-6 und 25.7.40)

Das Grab weist die üblichen Amarna-Zerstörungen auf, wovon die vom Hof über eine Treppe zu erreichende Grabkammer verschont blieb:
Zeichnung: nach P&M

Dekoration des "Weingrabs":

Vorkammer
25. Die Tochter Muttui opfert ihrem Vater zwei Ketten, gefolgt von zwei Priesterreihen mit Opfergaben.
26. Der Verstorbene
27. + 28. Zusammen mit seiner Tochter inspiziert der Grabherr zwei Register:
I. Begräbnisausstattung
II. Männer mit Grabbeigaben. Priester zelebrieren, Männer bringen Krüge und Bett.
29. + 30. Der Verstorbene und Setneferet mit Sistrum und Menat auf jeder Seite des Ganges vor der Halle.

Grabkammer
31. Im Durchgang links Textreste und eingebauter Block mit Text über den Verstorbenen und seine Frau. Rechts Blocks mit Opferszenen und Texten. In der Untersicht ein eingebauter Block, der den betenden Grabherrn und seine Frau zeigt. Am inneren Eingang oben Anubis-Schakale auf Pylonen sowie Opfertexte auf Sturz und Rahmen.
32. Zwei Szenen:
I. Der Verstorbene mit seiner Frau Merit und Dienern geht "um die Sonnen(scheibe) zu sehen".
II. Der Grabherr und Merit sitzend.
33. + 34. Beide vor Osiris-Onnophris und Hathor als Westgöttin sowie drei Register:
I. Ochsen ziehen den Sarkophag, Männer bringen die Grabausstattung
II. Männer ziehen einen Schrein mit Statuen
III. Tänzer, Zeremonien und Schrein. Aufstellen eines Obelisken.
35. Der Sohn als Priester gibt Trank- und Rauchopfer vor seinen Eltern (wiederum Merit als Frau).
36. Die Verstorbenen werden von einem Sem-Priester gereinigt.
37. Totenbuch. Die Mumie liegt auf einer Bahre mit Anubis und Ba zwischen Nephthys und Isis. Texte mit Vignetten (lebende Ba's, Horuskinder).
38. Die Verstorbenen beten zu Osiris und Anubis.
39. Priester mit drei Registern Priester mit Hes-Vasen und Fackeln opfern dem Grabherrn und [Merit].
40. Drei Register vor dem Grabherrn und Merit: Begräbnisprozession, Abydospilgerfahrt, Männer ziehen einen Schlitten mit einer Statue.

Pfeiler
E.
a.) Merit opfert dem Grabherrn Salben.
b.) Merit opfert dem Grabherrn Speisen.
c.) Merit opfert dem Grabherrn Blumen, eine kleine Tochter begleitet sie.
d.) Merit und Sennefer unter dem Isched-Baum.
F.
a.) Merit opfert dem Grabherrn Blumen.
b.) Merit opfert dem Grabherrn ein Sistrum, eine kleine Tochter begleitet sie.
c.) Merit opfert dem Grabherrn Myrrhe.
d.) Drei-Götter-Szene mit dem Anubis-Schakal darüber
G.
a.) Merit opfert dem Grabherrn eine Tasse.
b.) Merit vor dem Grabherrn.
c.) Merit opfert dem Grabherrn Kleidung.
d.) Der Grabherr vor vier knieenden Priestern und einem personifizierten Djed-Pfeiler.
H.
a.) Merit opfert dem Grabherrn eine Tasse.
b.) Merit opfert dem Grabherrn eine Kette.
c.) Merit opfert dem Grabherrn Pektorale.
d.) Der Grabherr wird von vier Priestern gereinigt.
An der Decke die bekannte "Weinlauben"-Dekoration und Texte.

- Vollbild -
Zeichnung: nach Siliotti


Fund:
Fragmente von Inschriften, Block mit dem Grabherrn und Set-neferet.



Lit.:
H.W. Helck, Urkunden der 18. Dynastie, 1955  


      


Quelle:
Porter & Moss, The Theban Necropolis Part One, Oxford 1994
Kampp, F., Die Thebanische Nekropole. Zum Wandel des Grabgedankens von der XVIII. bis zur XX. Dynastie, Mainz 1996, S. 360 ff
Siliotti, Tal der Könige,
[1] D. Laboury: "Sennefer et Aménémopé, Une Affaire de Famille", Égypte, Afrique & Orient #45, (2007), p.43-52
[2] E. Hannig & P. Vomberg "Wortschatz der Pharaonen in Sachgruppen" (Mainz 1998)

Eingestellt durch: semataui (18.08.2003)
Bearbeitet durch:  semataui (08.02.2007), Sen-nefer (14.02.2011)


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